Animation von Hinkley Point C | Bildquelle: AFP

Britisches AKW Hinkley Point Teurer und später

Stand: 03.07.2017 15:53 Uhr

Umstritten ist er ohnehin, jetzt könnte der erste Reaktor-Neubau in Großbritannien seit zwei Jahrzehnten auch noch rund 1,5 Milliarden Euro teurer werden als geplant. Zudem warnt einer der Bauherren des AKW Hinkley Point vor einer deutlich längeren Bauzeit.

Das britische Atomkraftwerk Hinkley Point wird voraussichtlich um einiges teurer als geplant. Die Bauzeit könne sich zudem deutlich verlängern, warnte der französische Stromkonzern EDF, der das Kraftwerk mit Beteiligung des chinesischen Staatsunternehmens CGN bauen will. Es ist der erste Reaktor-Neubau in Großbritannien seit rund zwei Jahrzehnten.

Die Endkosten würden schätzungsweise von bisher rund 20,5 Milliarden auf über 22 Milliarden Euro steigen, teilte EDF mit. Die Lieferung des ersten Reaktors könne sich um 15 Monate verzögern, die des zweiten um neun Monate. EDF hatte vor einigen Tagen eine "komplette Überprüfung" des Kosten- und Zeitplans angekündigt.

Immer neue Verzögerungen

In Hinkley Point sollen Druckwasserreaktoren vom Typ EPR gebaut werden. Die Baukosten für diesen neuen Reaktortyp sind auch aufgrund immer neuer Verzögerungen explodiert. Das britische Atomkraftwerk soll nach bisherigen Plänen 2025 ans Netz gehen und künftig sieben Prozent des britischen Strombedarfs abdecken.

EDF erhielt von der britischen Regierung eine Strompreisgarantie für 35 Jahre nach Inbetriebnahme. Der britische Rechnungshof hatte dies vor einigen Tagen scharf kritisiert. Die britische Regierung habe die Stromverbraucher damit "in ein riskantes und teures Projekt eingesperrt" mit ungewissem strategischen und wirtschaftlichen Ausgang. Umweltgruppen protestieren seit Jahren gegen das Projekt und fordern, stattdessen auf erneuerbare Energien zu setzen.

Zweifel an der Machbarkeit

Der vom französischen Staat kontrollierte Konzern EDF finanziert rund zwei Drittel des Projekts, CGN den Rest. Im März 2016 war der damalige Finanzchef von EDF wegen Zweifeln an der Machbarkeit des Projekts zurückgetreten. Im Juli stimmte der Verwaltungsrat des Unternehmens dennoch zu. Die britische Regierung hatte erst nach einigem Zögern und der Festlegung neuer Auflagen im September grünes Licht für den AKW-Bau gegeben.

Hinkley Park | Bildquelle: REUTERS
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Die Baustelle Hinkley Point C im September 2016

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Oktober 2017 um 17:16 Uhr.

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