Afghanische Soldaten an einem Außenposten in Helmand | Bildquelle: dpa

Umkämpfte afghanische Provinz Spezialkräfte nach Helmand verlegt

Stand: 22.12.2015 11:36 Uhr

Großbritannien und die USA haben Spezialkräfte in die südafghanische Provinz Helmand entsandt. Offenbar sollen die Soldaten die Regierungstruppen beim Kampf gegen die Taliban unterstützen. Diese hatten am Wochenende die Provinzhauptstadt erobert.

Großbritannien und die USA haben Spezialkräfte in die südafghanische Provinz Helmand verlegt. Dort haben Taliban-Kämpfer die Bezirkshauptstadt Sangin weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Die Londoner "Times" berichtete, 30 Soldaten der britischen Spezialeinheit SAS und bis zu 60 US-Spezialkräfte seien nach Helmand verlegt worden, um die Verteidiger von Sangin zu unterstützen.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, die Soldaten seien nur zur Beratung der afghanischen Streitkräfte entsandt und würden sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen. Sie würden auch nicht außerhalb ihres Camps eingesetzt.

Angriffe der Taliban

In den vergangenen sechs Monaten haben die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen in Helmand deutlich zugenommen. Die Stadt war erst am Sonntag in die Hände der Islamisten gefallen. Der stellvertretende Gouverneur der Provinz, Mohammed Jan Rassuljar, hatte am Sonntag in einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite um Hilfe für Helmand gerufen.

Die Provinz ist das Hauptanbaugebiet von Opium und eine Hochburg der Taliban. Sollte die Provinz in die Hände der Taliban fallen, wäre dies ein herber Rückschlag für die Regierung, die nach Abzug der internationalen Kampftruppen allein für die Sicherheit in dem Land verantwortlich ist. Vor wenigen Monaten hatten die Dschihadisten die nordafghanische Stadt Kundus angegriffen und zeitweise unter ihre Kontrolle gebracht.

Über dieses Thema berichten die tagesthemen am 22. Dezember 2015 um 22:30 Uhr.

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