Push-Nachricht mit falschem Raketen-Alarm für Hawaii | Bildquelle: REUTERS

Falscher Raketenalarm auf Hawaii Mitarbeiter glaubte wirklich an Angriff

Stand: 31.01.2018 05:49 Uhr

Ein falscher Raketenalarm hatte die Menschen auf Hawaii in Angst versetzt. Jetzt ist bekannt: Der Mitarbeiter, der den Alarm auslöste, glaubte wirklich an einen Angriff. Seinen Job ist er nun los - und nicht nur er.

"Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung" - die Bürger von Hawaii waren am 13. Januar dieses Jahres von diesem falschen Raketenalarm aufgeschreckt worden. Die Katastrophenschutzbehörde EMA sendete die Warnung rund zehn Minuten später via Twitter. Auch im laufenden Fernsehprogramm wurde die Warnung eingeblendet. Unter Bewohnern der Inselgruppe und in sozialen Medien gab es panische Reaktionen.

Menschliches Versagen und mangelhafte Kontrolle

Es war eine Kombination aus menschlichem Versagen und mangelhaften Kontrollmaßnahmen, die zur bewussten Auslösung des Alarmsystems geführt hatte. Laut "Washington Post" geht aus dem Untersuchungsbericht der für Kommunikationswege zuständigen US-Bundesbehörde FCC hervor, dass der Mitarbeiter, der den Alarm losschickte, wirklich an einen unmittelbar bevorstehenden Angriff glaubte.

Nach Schilderungen der Zeitung hatte sich an jenem Tag ein Aufseher von Nachtschicht-Mitarbeitern in der hawaiischen Katastrophenbehörde EMA spontan zu einem Alarmtest entschlossen, der den gerade eintreffenden Tagesschichtarbeitern galt. Deren Vorgesetzter dachte aber, dass sich der Test noch an die Nachtdienstler richtete und war daher nicht darauf vorbereitet, den morgendlichen Test zu überwachen.

So gab es keine angemessene Aufsicht, als der Nachtdienstleiter den Tagesmitarbeitern - wie bei solchen Tests vorgesehen - eine angebliche Botschaft des US-Pazifikkommandos vorspielte, in der vor einer Raketenbedrohung gewarnt wurde.

Elektronisches Straßenhinweisschild mit dem Hinweis: There is no threat. | Bildquelle: REUTERS
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Eine elektronische Anzeige gibt Entwarnung.

Wie die Zeitung weiter aus dem FCC-Bericht zitiert, enthielt diese Botschaft zwar die Worte "Übung, Übung,Übung", aber an anderer Stelle fälschlicherweise auch die Formulierung: "Dies ist kein Test." Der betreffende Mitarbeiter hörte aber die erste Passage mit dem Bezug auf die Übung nicht und handelte aufgrund der zweiten Passage, die nicht in die Botschaft gehörte.

Der Mitarbeiter wurde inzwischen entlassen. Einem weiteren staatlichen Untersuchungsbericht zufolge war es nicht sein erster Fehler. Er sei schon seit zehn Jahren wegen schlechter Leistungen aufgefallen. "Er ist nicht in der Lage, die Situation zu erfassen, und hat Realität und Übungen schon bei zwei Gelegenheiten durcheinander gebracht", hieß es in dem Bericht.

Führendes Mitglied zurückgetreten

Vern Miyagi | Bildquelle: AP
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Der Leiter des Katastrophenschutzes EMA, Vern Miyagi, übernahm die Verantwortung und trat zurück.

Der Leiter des Katastrophenschutzes EMA, Vern Miyagi, übernahm außerdem die Verantwortung und trat am Dienstag zurück, wie der Chef der Streitkräfte, Joe Logan, mitteilte. Auch ein dritter Mitarbeiter wurde vom Dienst suspendiert.

Die Nachricht war über das Notfallalarmsystem Amber Alert verschickt worden, das US-Behörden landesweit zur Verbreitung wichtiger Mitteilungen nutzen.

Angst vor möglichem nordkoreanischen Angriff

In der Bevölkerung von Hawaii hatte der Fehlalarm vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen in den Beziehungen zu Nordkorea Unruhe ausgelöst. Die Regierung Pjöngjang hatte Ende November nach dem Test einer Rakete mit besonders großer Reichweite erklärt, das gesamte US-Gebiet liege nun in Reichweite der nordkoreanischen Raketen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Januar 2018 um 22:00 Uhr.

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