Hassprediger Abu Hamsa schweigt vor US-Haftrichter

Gerichtszeichnung: Abu Hamsa bei der ersten Anhörung in den USA (Bildquelle: REUTERS)

Nach der Auslieferung des Hasspredigers an die USA

Abu Hamsa schweigt vor dem Haftrichter

Der aus Großbritannien in die USA abgeschobene islamistische Hassprediger Abu Hamsa al Masri ist unmittelbar nach seiner Ankunft in New York einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser ordnete eine weitere Inhaftierung an.

Ihm wird die Unterstützung von Al Kaida, die Beteiligung an einer Geiselnahme im Jemen 1998 und die Errichtung eines Terrorcamps in den USA vorgeworfen. Insgesamt beläuft sich die Liste der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf elf Anklagepunkte.

US-Medien berichten, dass der 54-jährige gebürtige Ägypter mit britischem Pass bei der Anhörung vor dem Haftrichter zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen schwieg. Die Anklage soll laut Justizbehörden am Dienstag verlesen werden.

Rechtsstreit um Auslieferung seit 2004

Nach jahrelangem Rechtsstreit hatte Großbritannien den radikalislamischen Hassprediger Abu Hamsa an die USA ausgeliefert. Seit seiner Festnahme 2004 saß er in einem Hochsicherheitsgefängnis in England ein. Gemeinsam mit vier weiteren Terrorverdächtigen wurde er in der Nacht auf einer Flugzeugbasis den US-Behörden übergeben.

Abu Hamsa al Masri (vor Anhängern 2004). (Bildquelle: AFP)
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Abu Hamsa al Masri vor Anhängern in Nordlondon im Jahr 2004.

In Großbritannien bereits verurteilt

Der Prediger war wegen Volksverhetzung bereits in Großbritannien zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die USA bemühten sich seit vielen Jahren um die Auslieferung. Am Freitag hatte das höchste britische Zivilgericht entschieden, die Beschuldigten könnten sofort abgeschoben werden.

Damit waren die Rechtsmittel der Männer ausgeschöpft, denn der Europäische Gerichtshof hatte kürzlich ihre Berufungsklage gegen die Auslieferung abgelehnt. Abu Hamsa hatte versucht, seine Auslieferung mit Verweis auf gesundheitliche Probleme zu verhindern. Er hatte erklärt, er leide an Depressionen. Abu Hamsa hat außerdem nur noch ein Auge und trägt einen Metallhaken als Ersatz für eine fehlende Hand.

Sympathiekundgebungen vor dem Londoner High Court für Abu Hamsa (05.10.2012). (Bildquelle: REUTERS)
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Vor dem High Court in London gab es Kundgebungen auch von Anhängern Abu Hamsas.

Stand: 06.10.2012 21:57 Uhr

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