Überschwemmtes Gebiet in Texas | Bildquelle: AP

Überschwemmungen in Texas Ausgangssperre in Houston

Stand: 30.08.2017 09:36 Uhr

Mancherorts sind 1,32 Meter Niederschlag gefallen - und es regnet weiter. Um Plünderungen zu vermeiden, gilt in Houston eine nächtliche Ausgangssperre. Inzwischen wird von mehreren Toten berichtet. Präsident Trump will den Flutopfern finanziell helfen.

Seit Freitag sorgt Sturm "Harvey" in der US-Metropole Houston und anderen Orten in Texas für Chaos. Straßen sind überflutet, Flughäfen und Krankenhäuser geschlossen. Entspannung ist nicht in Sicht, bis Freitag sagen Meteorologen Regen voraus. Über die Anzahl möglicher Todesopfer durch das Unwetter gibt es unterschiedliche Angaben: Laut Behörden kamen mindestens 18 Menschen ums Leben. Ein Bericht der "New York Times" spricht davon, dass von etwa 30 Toten durch "Harvey" ausgegangen werde.

Um die Sicherheit zu gewährleisten und Plünderungen zu vermeiden, erließ Houstons Bürgermeister eine nächtliche Ausgangssperre, die bis 5 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) gilt. Wer dagegen verstoße, werde befragt, durchsucht und festgenommen, sagte der Polizeichef. Unklar ist, ob die Ausgangssperre auch für weitere Nächte gelten soll.

"Harvey" erreicht Louisiana
tagesschau 16:00 Uhr, 30.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Houston ist nach wie vor besonders schwer betroffen. Inzwischen befinden sich 10.000 Menschen im Kongresszentrum. Die Behörden wollen weitere große Notunterkünfte für Hochwasseropfer einrichten. Dort würden auch Menschen aus umliegenden Gemeinden aufgenommen, sagte Bürgermeister Sylvester Turner. Noch immer müssen Bewohner aus ihren Häusern gerettet werden. Helfer versuchen mit Booten auf den überschwemmten Straßen zu ihnen zu gelangen.

Die Wassermassen sind so gewaltig, dass Dämme, die Schutz bieten sollten, überschwemmt werden. Im Kreis Brazoria, der zwischen Corpus Christi und Houston liegt, forderten die Behörden deshalb alle Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Niederschlagsmenge erreicht Rekordwerte

Der Regenfall, den Hurrikan "Harvey" mit sich brachte, beschert Texas einen neuen Rekord für den Staat und das US-Festland. In Cedar Bayou in der Nähe von Mont Belvieu fielen 132 Zentimeter Regen. Mehr Niederschlag auf einem Fleck gab es in den USA bisher nur 1950 nach dem Zyklon "Hiki" in Haiwaii. Dort fielen 133 Zentimeter Regen, Hawaii war damals aber noch kein offizieller US-Staat.

Die verheerende Regenmenge steht nach Erkenntnissen der Klimaforscher im Zusammenhang mit dem Klimawandel. "Wir warnen schon lange genau vor solchen Situationen", sagte Klimaforscher Mojib Latif im Deutschlandfunk. Wenn es wärmer wird, erwärmen sich die Weltmeere, auch der Golf von Mexiko. Mehr Wasser könne verdunsten und die Luft mehr Wasserdampf halten. Bei einer Wetterlage wie bei "Harvey" könne es dementsprechend mehr Regen geben, so der Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. "Wir erleben weltweit, dass solche Flutkatastrophen zunehmen."

Sorge nun auch rund um New Orleans

"Harvey" gewann erneut ein wenig an Stärke hinzu. Der Sturm sollte sich nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums in Richtung Louisiana weiterbewegen. Der Nachbarstaat, in der Gegend um New Orleans bereits im Jahr 2005 von Wirbelsturm "Katrina" verwüstet, rüstet sich für schlimme Regenfälle und Hochwasser. Schulen und Behörden blieben in New Orleans geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet ihnen, Essen, Getränke und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben.

Trump will Rettungspaket schnüren

US-Präsident Donald Trump will den vom Unwetter betroffenen Texanern finanzielle Hilfe zukommen lassen. Es werde sehr kostspielig, sagte er bei seiner Visite mit seiner Frau Melania in den Katastrophengebieten, ohne jedoch genaue Summen zu nennen. Er werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um ein Rettungspaket zu schnüren und die Folgen von Hurrikan "Harvey" zu beheben. "Ich denke, wir werden die richtige Antwort finden." Aber womöglich habe es noch nie größere Schäden in der Geschichte des Landes gegeben, so Trump in Austin.

Zum Vergleich: Der Wirbelsturm "Katrina", der 2005 New Orleans zerstörte, gilt bislang als teuerster Hurrikan in den USA. Die Regierung in Washington half damals mit rund 100 Milliarden Dollar.

Einige Bankenregulierer riefen die Geldhäuser des Landes unterdessen auf, ihren Kunden bei den Zahlungsmodalitäten für Kredite entgegenzukommen. Spätere Zahlungen von Darlehensnehmern in den betroffenen Hochwassergebieten sollten möglich sein. Zugleich sollten mehr neue Kredite in diesen Gemeinden vergeben werden.

US-Stars spenden

Nicht nur untereinander zeigen sich die Menschen in den betroffenen Gebieten solidarisch und helfen einander. Sie bekommen inzwischen auch Hilfe von außen.

Mehrere US-Stars kündigten an, etwas für die Betroffenen tun zu wollen. So sagte Pop-Star Beyoncé, die aus Houston in Texas stammt, der Zeitung "The Houston Chronicle", sie suche mit ihrer Wohltätigkeitsorganisation BeyGood nach Wegen, den betroffenen Menschen am besten Hilfe zukommen zu lassen. Sie bete für die Menschen in Houston und die mutigen Retter.

Schauspielerin Sandra Bullock kündigte an, eine Million Dollar zu spenden. "Wir müssen alle unseren Teil beitragen", sagte die Oscarpreisträgerin dem US-Magazin "People". Die Spende soll die Hilfsmaßnahmen des Roten Kreuzes in Texas unterstützen.

Auch die Reality-TV-Familie um Kim Kardashian setzt sich für die Flutopfer ein. Die Familie spendete 500.000 Dollar für die Betroffenen. Eine Hälfte des Geldes ging laut einer Sprecherin der Familie an das Rote Kreuz, die andere Hälfte an die Heilsarmee. Auch Schauspieler und Comedian Kevin Hart appellierte an Stars, Geld für Houston zu spenden. Hart selbst kündigte an, 25.000 Dollar an das Rote Kreuz zu geben.

Wirbelsturm Harvey: Nach Texas jetzt auch Louisiana
Jan Bösche, ARD Washington
30.08.2017 14:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 29. August 2017 um 00:30 Uhr.

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