Drei Männer retten Gegenstände aus einem Haus in Houston  | Bildquelle: REUTERS

Hurrikan an US-Ostküste "Harvey" zieht weiter, Houston räumt auf

Stand: 07.09.2017 01:01 Uhr

In Houston kehren Hochwasseropfer zu ihren Häusern zurück. US-Präsident Trump will für sie aus seinem Privatvermögen eine Million US-Dollar spenden und dem Kongress ein Hilfspaket in Milliardenhöhe vorschlagen. Die Zahl der Toten stieg auf 39.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Kniehoch steht das Wasser in dem Wohnzimmer. Am Klavier mitten zwischen schwimmenden Plastikboxen sitzt ein Mann und spielt. Er wollte seinem Sohn zeigen, dass das Instrument die Fluten überstanden hat. "Es muss wohl ein bisschen gestimmt werden", scherzt Aric Harding am Ende des Videos, das er auf Instagram eingestellt hat.

Während in Houston die ersten Menschen zu ihren Häusern zurückkehren und die Schäden begutachten, starten und landen Helikopter nonstop in Beaumont. Die Patienten eines Krankenhauses werden ausgeflogen. Die Stadt steht unter Wasser. Es gibt kein Leitungswasser mehr, weil Pumpen ausgefallen sind. Der größte Teil der Schäden durch Überflutungen ist nicht versichert, da sind sich die Experten einig.

Rettungskräfte im Osten von Texas weiterhin im Dauereinsatz
tagesschau24 10:00 Uhr, 01.09.2017, Jan-Erik Palm, ARD-aktuell

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Einzige Hoffnung: Spenden

Consuelo fängt gerade an, in ihrem Haus aufzuräumen. Sie ist eine von denjenigen, die sich nicht gegen Wasserschäden versichert hat - sie habe schließlich nicht in einer Gefahrenzone gelebt, sagt sie. Für sie und Zehntausende andere sind die Spenden aus dem ganzen Land die einzige Hoffnung.

Footballprofi J.J. Watt von den Houston Texans hat mit seinem Team am Wochenende angefangen, Spenden zu sammeln. 200.000 Dollar hatte er sich als Ziel gesetzt. Darüber ist er längst hinaus: "Wir haben gerade die Zehn-Millionen-Grenze überschritten", sagt er. "Ich kann mich gar nicht genug bedanken. Promis, Musiker, Sportler, Unternehmen, Kinder mit ihren Limoständen, die gespendet haben. Wir haben Essen, Wasser, Kleidung, Generatoren, Babysachen und Putzmittel auf dem Weg."

Raffinerien weiter geschlossen

Vor der Küste gibt es einen Schiffsstau, weil der Hafen von Houston noch für große Schiffe geschlossen ist. Auch hier muss erst aufgeräumt werden. Die größte Ölraffinerie der USA ist weiter geschlossen.

Ein Drittel der Raffinerien des Landes sind vom Netz, erklärt der ehemalige Präsident von Shell Oil, John Hofmeister: "Im besten Fall sollte die Raffinerie bis Mitte September wieder laufen. Im schlimmsten Fall könnten schwer beschädigte Raffinerien bis Ende Oktober oder noch länger still liegen."

An Tankstellen in Texas bilden sich lange Schlangen. Der Benzinpreis ist bereits um 10 bis 15 Cent pro Gallone gestiegen. Unterdessen war US-Vizepräsident Mike Pence mit weiteren Regierungsmitgliedern in der Krisenregion. Er hat Arbeitshandschuhe angezogen, die Hemdsärmel hochgekrempelt und mitgeholfen, Äste wegzuräumen. Zupackend - diese Botschaft soll ankommen.

Die Bilder unterscheiden sich deutlich von denen von US-Präsident Donald Trump, als der vor zwei Tagen in die Krisenregion kam. Pence trifft in Texas - im Gegensatz zu Trump - Opfer der Flutkatastrophe und verspricht: "Wir sind bei euch. Wir werden bei euch bleiben, bis Rockport und der ganze Südosten von Texas wieder aufgebaut sind."

Trump spendet eine Million US-Dollar

Gestern hat Trump angekündigt, eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen zu spenden. Außerdem wurde bekannt, dass er dem Kongress ein Hilfspaket in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar vorschlagen will.

Harvey zieht derzeit weiter Richtung Tennessee und Kentucky - in Texas stieg die Zahl der Toten unterdessen auf 39. Das forensische Institut im Bezirk Harris County meldete, dass sieben weitere Menschen im Zuge der Flutkatastrophe verunglückt seien.

Die Meteorologen beobachten schon den nächsten Hurrikan. Irma ist noch Tausende Kilometer entfernt. Aber sie behalten den Sturm im Blick und hoffen, dass ihre Befürchtung, dass er in zwei Wochen irgendwo zwischen Florida und Texas auf Land treffen könnte, nicht eintrifft.

Harvey und die Jahrhundertflut
Martina Buttler, ARD Washington
01.09.2017 06:23 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 01. September 2017 u.a. die tagesschau um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr.

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