Eine Frau steht in einer überflutetet Straße in Houston bis zum Bauch im Wasser | Bildquelle: AP

Überschwemmungen in Texas "Sie betteln, dass sie ins Boot dürfen"

Stand: 29.08.2017 07:53 Uhr

Freiwillige sind mit eigenen Booten unterwegs, um Menschen zu helfen. Doch oft sind die Boote zu klein, um alle mitzunehmen. Es sind dramatische Szenen, die sich in Houston abspielen. Und Meteorologen machen sich auch um andere US-Großstädte Sorgen.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Dort, wo sich normalerweise Autos durch Houston schieben, fahren nun Boote durch die Stadt. Die Rettungsmannschaften rufen laut, ob jemand Hilfe braucht. Viele Privatleute haben ihre Boote mit in die viertgrößte Stadt der USA gebracht. Während es immer weiter regnet, fahren die Freiwilligen von Tür zu Tür und sammeln Leute ein, die Schilder an ihre Fenster geklebt haben, auf denen in großen Buchstaben "Help" steht. Die Menschen stehen auf Dächern und hoffen, dass sie jemand rettet.

Unwetter "Harvey" bringt weitere Regenfälle
tagesschau 16:00 Uhr, 29.08.2017, Torben Börgers, NDR

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Mehr als 8000 sind inzwischen in Notunterkünften in Houston untergekommen. Bis zu 30.000 könnten es werden. George Huntoon ist müde vom Dauereinsatz in seinem Rettungsboot. Er erzählt bei CNN, was er erlebt:

Es ist anders als alles, was ich je gesehen habe. Die Leute betteln, dass sie ins Boot dürfen und man kann nicht jeden mitnehmen. Man muss den Leuten sagen: haltet durch, wir kommen zurück. Schwangere Frauen, Babys, alte Leute, Hunde, Katzen."

"Ich mache mir auch Sorgen um New Orleans"

In Müllwagen werden die Menschen zum Teil in Sicherheit gebracht. In Texas und in Louisiana wurde der Notstand ausgerufen. Heute reist der US-Präsident in die Krisenregion. "Meine Regierung koordiniert sich mit den Verantwortlichen vor Ort in Texas und Louisiana, um Leben zu retten", sagt Donald Trump. "Wir danken den Ersthelfern. Der Wiederaufbau wird ein langer Weg und wir sind bereit, dabei zu helfen."

Notunterkunft in Houston | Bildquelle: AFP
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Viele Menschen sind mittlerweile in Notunterkünften untergebracht, die in Sport- und Kongresshallen eingerichtet wurden.

Derzeit gehen die Behörden von neun Toten aus, die der Tropensturm bisher gefordert hat. 12.000 Mitglieder der Nationalgarde in Texas sind im Einsatz. In einigen Gegenden ist mehr als ein Meter Niederschlag in den vergangenen drei Tagen runtergekommen, und es regnet immer weiter. "Heute Abend gibt es mehr Regen und Flutwarnungen für Houston und den Vorort Sugarland", erklärt ein Meteorologe und fügt an: "Ich mache mir auch Sorgen um New Orleans und Lake Charles. Da wird es jetzt viel Regen geben." Lake Charles und New Orleans liegen im Bundesstaat Louisiana östlich von Texas.

Vielleicht einer der teuersten Stürme der US-Geschichte

"Harvey" könnte zu einem der teuersten Stürme in der US-Geschichte werden, schätzen Experten von JP Morgan. Zehn bis 20 Milliarden Dollar könnten die versicherten Schäden betragen - die Verwüstung von unversichertem Eigentum noch nicht mitgerechnet.

Und das Jahrhunderthochwasser steigt weiter, erklärt die texanische Kongressabgeordnete Sheila Jackson Lee: "Es wird Dienstag, Mittwoch weitergehen. Wir wissen nicht, wie viel Zerstörung noch kommt. Bei uns steht derzeit das Rathaus unter Wasser."

Kein Notruf aus Angst vor Abschiebung?

Mehr als eine halbe Million Einwanderer ohne Papiere leben im Großraum Houston. Hilfsorganisationen sorgen sich, ob diese Menschen Hilfe suchen oder aus Angst, dann abgeschoben zu werden, keinen Notruf absetzen. Die zuständigen Behörden haben versichert, in Notunterkünften und bei Essensausgaben keine Einwanderer ohne Papiere zu verfolgen.

Viele Menschen stehen vor dem Nichts in Texas - so wie Shelly Birley aus Rockport: "Wir können nirgends hin mit unseren Kindern. Wir wissen nicht wohin. Wir haben nichts außer dem, was man uns hier gibt." Es ist ein Albtraum, der immer noch weitergeht.

Texas kämpft gegen die Fluten
M. Buttler, ARD Washington
29.08.2017 06:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 29. August 2017 die tagesschau um 04:43 Uhr und Deutschlandfunk um 05:12 Uhr.

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