Ein Mann geht durch eine überschwemmte Straße | Bildquelle: dpa

"Harvey" in Houston Nichts als Wasser

Stand: 28.08.2017 13:29 Uhr

Überall schwappt das grau-grüne Wasser durch die Straßen Houstons. Die Stadt leidet unter den immensen Regenfällen des Sturms "Harvey", Hunderte Menschen mussten gerettet werden. In den kommenden Tagen könnte es laut Meteorologen noch schlimmer werden.

Es sind erschütternde Bilder aus Houston im Bundesstaat Texas: Weite Teile der viertgrößten Stadt der USA sind nach starken Regenfällen von grau-grünem Wasser bedeckt. Meteorologen des Nationalen Wetterdienstes bezeichnen die Flutkatastrophe als beispiellos.

Bis in die Innenstadt hinein sind Straßen unpassierbar, nach Behördenangaben wurden alle Autobahnen in der Umgebung überschwemmt. Helfer in Booten transportierten Menschen aus überfluteten Häusern, andere Einwohner wurden mit Hilfe von Hubschraubern von Dächern gerettet. Allein die Küstenwache rettete nach eigenen Angaben 1200 Menschen, davon 200 mit Hubschraubern.

"Land unter" im Südosten von Texas
tagesthemen 22:30 Uhr, 28.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Auch viele Privatleute kommen mit ihren Booten, um zu helfen. Ty Solsbery hat einen Weg gefunden, einige nach Houston zu lotsen, erzählt er bei CNN: "Ich habe versucht, die Notrufnummern anzurufen und bin nicht durchgekommen. Da habe ich mich bei einem Radiosender gemeldet, der Wetter- und Fischereinachrichten hat. Die haben einen Aufruf gesendet und eine Stunde später hatten wir hier mehr als ein Dutzend Boote."

Allein das Rote Kreuz hatte sich für die Nacht von Sonntag auf Montag auf die Versorgung von bis zu 28.000 Texanern vorbereitet, die obdachlos geworden sind.

"Alptraum Evakuierung"

Die lokalen Behörden fordern die Einwohner aber weiterhin auf, die Stadt nicht zu verlassen, weil zu viele Straßen überflutet seien. Bürgermeister Sylvester Turner verteidigte seine Entscheidung, die Bürger nicht zum Verlassen der Stadt aufgerufen zu haben. Er verwies auf die Folgen der Evakuierung vor dem Hurrikan "Rita" im Jahr 2005, bei dem mehr als 100 Menschen gestorben seien. "Wenn Sie glauben, die Situation jetzt sei schlimm - wenn Sie eine Evakuierung anordnen, beschwören Sie einen Alptraum herauf", sagte er.

Rückhaltebecken werden geöffnet

Angesichts des unablässigen Regens haben Pioniere der US-Armee damit begonnen, Wasser aus zwei Hochwasser-Rückhaltebecken bei Houston kontrolliert abzulassen. Die Reservoirs Addicks und Barker seien früher als geplant geöffnet worden, weil die Wasserstände dramatisch gestiegen seien. Die Bevölkerung unterhalb der Rückhaltebecken war von den Behörden bereits gestern aufgefordert worden, ihre Sachen zu packen und sich aus der Gefahrenzone zu begeben.

Der internationale Flughafen Houstons wurde bis auf Weiteres geschlossen. Die Schulen bleiben mindestens bis zum 5. September geschlossen. Manche Gebiete sind möglicherweise monatelang unbewohnbar. In Houston leben etwa 2,3 Millionen Menschen, im Großraum sind es 6,5 Millionen.

Auch für die südwestlichen Gebiete wurde gestern Abend die Zwangsräumung angeordnet, weil der Brazos River Rekordpegel anzuschwellen drohte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters betrifft dies ungefähr 50.000 Menschen.

Eine Notunterkunft in Houston | Bildquelle: AP
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Menschen sind in Notunterkünfte geflohen - einige nur mit wenigen Habseligkeiten.

Viel neuer Regen erwartet

Meteorologen rechnen mit weiteren Regenfällen. Nach jüngsten Vorhersagen könnte es noch bis Donnerstag oder sogar Freitag stark weiterregnen. Erwartet wird, dass stellenweise bis zu 127 Zentimeter Regen fallen. In den vergangenen drei Tagen waren rund 65 Zentimeter Regen gefallen.

Nach CNN-Vorhersagen wird das Zentrum des Tropensturms "Harvey" im Laufe des Tages zunächst wieder über den Golf von Mexiko ziehen, bevor er sich wieder Richtung Houston bewegt. Über dem Golf würde er weitere Feuchtigkeit aufnehmen und somit mehr Regen bringen können.

Dallas öffnet Kongresszentrum

Auch andernorts dauern die Evakuierungen an. Zum Beispiel in Rockport, wo "Harvey" auf Land traf und zahlreiche Häuser zerstörte. In dem Städtchen mit etwa 10.000 Einwohnern existiert praktisch keine Infrastruktur mehr - es gibt weder Strom noch fließendes Wasser.

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Hurrikan "Harvey"

Fluten in Houston

Überflutete Straßen, geschlossene Flughäfen und evakuierte Krankenhäuser - starke Regenfälle haben die texanische Millionenmetropole Houston ins Chaos gestürzt. Der internationale Flughafen Houstons wurde bis auf Weiteres geschlossen. Die Schulen bleiben mindestens bis zum 5. September geschlossen. | Bildquelle: REUTERS

Die Stadt Dallas beschloss, das Kongresszentrum als Notunterkunft zu öffnen. Der Staat Texas habe offiziell angefragt, das Kay Bailey Hutchinson Convention Center ab Dienstagmorgen für etwa 5000 Menschen zu öffnen, teilte der Leiter des Katastrophenzentrums von Dallas mit. Die Stadt ist allerdings mehr als 350 Kilometer von Houston entfernt.

In Folge des Hurrikans wurden zwei Menschen getötet: Eine Frau aus Houston blieb mit ihrem Auto in den Fluten stecken und ertrank beim Aussteigen. Das zweite Todesopfer fanden Helfer in Rockport.

Trump kommt am Dienstag

Auf Ersuchen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag für Teile von Südtexas den Notstand ausgerufen. Damit können rascher Bundeshilfen ins Katastrophengebiet fließen. Trump will morgen die Überschwemmungsgebiete besuchen.

Mit Informationen von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. August 2017 um 09:00 Uhr und 12:00 Uhr.

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