Rettungsboote auf überschwemmten Straßen in Port Athur (Texas) | Bildquelle: REUTERS

"Harvey" zieht weiter Die Gefahr ist nicht vorbei

Stand: 31.08.2017 05:58 Uhr

Abgeschwächt zieht "Harvey" nun als Tiefdruckgebiet in den Norden der USA. Während die Menschen sich dort auf Überschwemmungen einstellen, plagen sich vor allem die Texaner weiter mit den Wassermassen. Tausende sind betroffen. Sie können hoffen, denn die Hilfsbereitschaft ist groß.

Obwohl der Tropensturm "Harvey" inzwischen an Kraft verloren hat und Meteorologen ihn zu einem Tief herunter gestuft haben, ist die Lage in den betroffenen Gebieten weiter dramatisch. Das Hurrikan-Zentrum warnt noch immer vor lebensbedrohlichen Bedingungen durch Überschwemmungen.

Houston wurde zwar von weiteren schweren Regenfällen verschont - erstmals schien am Mittwoch wieder die Sonne -, doch echte Entspannung ist noch nicht in Sicht. Schätzungen zufolge steht ein Drittel der Stadt unter Wasser. Die Behörden gehen inzwischen von mindestens 31 Toten aus, einige Menschen würden noch vermisst, hieß es. Zu einem Problem könnte sich eine unter Wasser stehende Chemieanlage nahe Houston erweisen. Hier droht eine Explosion. Die in der Fabrik gelagerten Chemikalien müssen nach Angaben der Firma dringend gekühlt werden. Jegliche Stromversorgung sei aber ausgefallen.

In Houston sollten ab heute wieder einige Bahnen fahren und auch regulär wieder die Müllabfuhr zum Einsatz kommen, wie die Behörden mitteilten. Die Müllabfuhr müsse so schnell wie möglich zur Arbeit zurückkehren, sagte der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner. Denn es gebe viele Trümmer, die entsorgt werden müssten.

Claudia Buckenmaier, ARD Washington, zzt. Houston, mit aktuellen Informationen
nachtmagazin 00:50 Uhr, 31.08.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Größte Ölraffinerie der USA geschlossen

In den texanischen Städten Beaumont und Port Arthur verschärfte sich die Situation. Innerhalb von 24 Stunden fielen 66 Zentimeter Regen. Beide Orte liegen nahe der Grenze zu Louisiana - also in der Gegend, wo "Harvey" in der Nacht zu Mittwoch zum zweiten Mal auf Land getroffen war. In Port Arthur, das rund 160 Kilometer östlich von Houston entfernt ist, musste die größte Ölraffinerie der USA geschlossen werden. Im Süden des Staates liefen aus Öltankern fast mehr als 113.000 Liter Rohöl aus. In der Nähe von Westhoff traten nach Angaben des Bezirks mehr 385 Barrel aus, im Westen der Kleinstadt Hochheim waren es mehr als 316 Barrel. Es war zunächst unklar, ob das ausgetretene Öl sichergestellt werden konnte. Eine Notunterkunft stand unter Wasser, sie wurde evakuiert.

In Louisiana traten die Flüsse in einigen Gegenden über die Ufer. Straßen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. Der Bundesstaat schien am Mittwoch aber zunächst von dem Schlimmsten verschont zu bleiben. Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser dar, als es befürchtet worden war. Der Wetterdienst erwartete aber schwere Regenfälle in der Nacht. In einigen Bezirken wurde vor Sturzfluten gewarnt.

Kampf gegen Hochasser in Texas geht weiter
tagesschau 09:00 Uhr, 31.08.2017, Verena Bünten, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Harvey" zieht nun mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 50 Kilometern pro Stunde in nördliche Richtung ins Landesinnere weiter. Da er nach wie vor große Regenmenge mitbringt, bereiten sich nun auch die US-Bundesstaaten Mississippi, Tennessee und Kentucky auf mögliche Überschwemmungen vor.

US-Marine schickt Schiffe

In Teilen von Texas herrscht der Ausnahmezustand. Rettungskräfte bargen in den vergangenen Tagen etwa 8500 Menschen aus ihren Häusern in Houston; mehr als 30.000 Einwohner suchten Zuflucht in Notunterkünften.

Um der Lage Herr zu werden, wurden zwei Schiffe der US-Marine vor die texanische Küste entsandt. Sie sind dafür ausgestattet, medizinische und logistische Unterstützung zu liefern und wurden mit Lebensmitteln beladen. Zudem sollen 10.000 weitere Nationalgardisten vor Ort helfen. Mit ihnen wären dann rund 24.000 Nationalgardisten im Überschwemmungsgebiet im Einsatz.

Hilfe aus Mexiko und Venezuela

Ungeachtet der Streitigkeiten mit den USA boten Mexiko und Venezuela Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas an. US-Außenminister Rex Tillerson dankte seinem mexikanischen Kollegen Luis Videgaray für das "großzügige" Angebot in diesen "sehr, sehr schwierigen Zeiten". "Wir sind Nachbarn, wir sind Freunde und Freunde machen so etwas", fügte er hinzu. Die von Mexiko angebotene Summe nannte Tillerson nicht.

Venezuela bot bis zu fünf Millionen Dollar für betroffene Familien in Houston und Corpus Christi an - obwohl das Land unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet und die USA unlängst Wirtschaftssanktionen gegen Caracas verhängt haben. Außenminister Jorge Arreaza sprach von einer Geste der "Solidarität jenseits aller politischen Differenzen". Das Geld soll laut Arreaza von Citgo genommen werden, der in Houston ansässigen Tochterfirma des von den Sanktionen direkt betroffenen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA. Citgo könne auch beim Wiederaufbau zerstörter Häuser helfen, sagte Arreaza.

In Port Arthur, Texas, wird eine Familie evakuiert. | Bildquelle: REUTERS
galerie

Im texanischen Port Arthur regnete es noch heftig, weshalb viele Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten.

Spendenfonds und -gala für "Harvey"-Opfer

Der Wiederaufbau in den überfluteten Gebiete wird sehr viel Geld kosten. Die genaue Schadenssumme steht längst nicht fest. Doch der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, schätzt, dass sein Bundesstaat allein womöglich mehr als 125 Milliarden Dollar von der US-Regierung benötigt. Diese Summe war 2005 nach dem Hurrikan "Katrina" zur Verfügung gestellt worden.

Inzwischen laufen auch private Spendenaktionen an. Die Stiftung von US-Schauspieler Leonardo DiCaprio gab eine Million Dollar an den neu gegründeten Fonds für Betroffene des Sturms "Harvey". Das Geld des United Way Harvey Recovery Fund werde zu 100 Prozent an die Flutopfer gehen, teilte die gemeinnützige Organisation United Way Worldwide, die den Fonds verwaltet, mit. Die eine Million Dollar von DiCaprio bildeten die Basis des neuen Fonds. United Way ist die weltgrößte privat finanzierte gemeinnützige Organisation.

Leonardo DiCaprio | Bildquelle: AFP
galerie

Spendeten beide jeweils eine Million Dollar für die Flutopfer: die US-Schauspieler Leonardo DiCaprio ...

Sandra Bullock | Bildquelle: AP
galerie

... und Sandra Bullock. Jetzt gibt es einen "Harvey"-Hilfsfonds und am 12.9. eine Spendengala.

Viele weitere Stars spendeten Geld für die Betroffenen des Sturms. US-Schauspielerin Sandra Bullock gab bereits am Dienstag eine Million Dollar an das Rote Kreuz. Der aus Texas stammende Oscar-Preisträger Jamie Foxx kündigte in einer Videobotschaft auf Instagram an, dass am 12. September eine große Fernseh-Spendengala geplant sei. Er habe einer Hilfsorganisation bereits 25.000 Dollar zukommen lassen, sagte der Schauspieler. 

Aufatmen in Houston - das Wasser geht zurück
Marc Hoffmann, ARD zzt. Houston
31.08.2017 09:45 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 31. August 2017 um 00:50 Uhr.

Darstellung: