Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley | Bildquelle: AP

UN-Sicherheitsrat USA verteidigen Jerusalem-Entscheidung

Stand: 11.12.2017 07:14 Uhr

Die US-Regierung hat trotz aller Gewalt die Jerusalem-Entscheidung von Präsident Trump verteidigt. Mutige Entscheidungen zögen so etwas nach sich, sagte die US-Botschafterin bei den UN, Haley. Sie sei fest davon überzeugt, dass der Friedensprozess dadurch vorangetrieben werde.

Trotz heftiger Proteste weltweit geht die US-Regierung weiter davon aus, dass ihre umstrittene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels den Nahost-Friedensprozess befördern wird. Sie glaube fest daran, das dies den Friedensprozess vorantreiben werde, sagte die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, dem Sender CNN. Mittlerweile sei Sonntag "und der Himmel ist nicht eingestürzt", sagte Haley. Die US-Entscheidung werde die Verhandlungen vereinfachen.

"Jetzt können sie zusammenkommen und entscheiden, wie die Grenzen aussehen, sie können über die Grenzen entscheiden, und sie können darüber sprechen, wie sie Jerusalem sehen wollen, wie es weitergeht", sagte Haley.

Gewaltsame Proteste

Kritiker gehen indes vom gegenteiligen Effekt aus. Auch die Haltung der USA war lange Zeit, dass der besonders heikle Status von Jerusalem erst am Ende von Friedensverhandlungen thematisiert werden solle. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen, hatte vor allem in muslimischen und arabischen Ländern heftige und teils gewaltsame Proteste ausgelöst. Haley sagte dazu, "mutige" Entscheidungen führten zu solchen Entwicklungen.

Tote und Verletzte

Am Wochenende kam es erneut zu Unruhen unter Tausenden Palästinensern. Die Zahl der bei Protesten sowie israelischen Luftangriffen im Gazastreifen getöteten Palästinenser stieg am Samstag auf vier. Seit Beginn der Proteste am Donnerstag seien 400 Palästinenser durch Schüsse und mehr als tausend durch Tränengas verletzt worden, teilte der palästinensische Rettungsdienst am Sonntag mit.

13 Polizisten wurden nach Angaben der israelischen Polizei verletzt. Bei einer Messer-Attacke eines Palästinensers am Zentralen Busbahnhof in Jerusalem erlitt am Sonntag ein israelischer Wachmann schwere Verletzungen. Der 24-jährige Attentäter aus dem Westjordanland wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Es war der erste Anschlag dieser Art seit Beginn der Jerusalem-Krise.

Die radikal-islamische Hamas rief am Sonntag die Palästinenser erneut zur Intifada gegen Israel auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Dezember 2017 um 06:00 Uhr.

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