Erdbeben erschüttert Haiti | Bildquelle: AP

Erdstoß der Stärke 7,0 gemessen Schweres Erdbeben erschüttert Haiti

Stand: 08.02.2013 20:33 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 7,0 hat den Karibikstaat Haiti erschüttert. Nach Berichten sollen mehrere Gebäude eingestürzt sein, darunter ein Kinderkrankenhaus. Hilfsorganisationen befürchten hunderte Tote. Die Dominikanische Republik, die sich mit Haiti die Insel Hispaniola teilt, rief die ganze Welt auf, dem armen Nachbarn zu helfen. Das Epizentrum lag etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkstudio Mexiko

Noch ist Nacht in Haiti, der Karibikstaat liegt sechs Stunden hinter deutscher Zeit zurück. Nacht in der Hauptstadt Port-au-Prince bedeutet normalerweise stromlose Dunkelheit, nur ein paar Kerzen am Straßenrand. Wie es jetzt, nach der frühabendlichen Katastrophe, in der Drei-Millionen-Stadt aussieht, mag man sich nicht ausmalen.

Auch ein Krankenhaus eingestürzt

Bald wird aber es ans Tageslicht kommen. Telefonverbindungen gibt es nicht mehr, nur per Internet über Satellit tröpfeln Informationen nach draußen. Im relativ wohlhabenden Vorort Petionville, in den Hügeln oberhalb der Hafenstadt Port-au-Prince, ist das Kinderkrankenhaus zusammengestürzt, schreibt eine Geschäftsfrau dem ARD-Studio. Unweit davon sollen Teile des berühmten Hotels Montana beschädigt sein, in dem unter anderem der deutsche Botschafter wohnt.

Durch das Erdbeben zerstörter Präsidentenpalast in Port-au-Prince | Bildquelle: AFP
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Auch der Präsidentenpalast in Port-au-Prince wurde durch das Erdbeben zerstört.

An der langen Straße runter ins Zentrum seien mehr Häuser zerstört als noch stehen, berichtet der Mitarbeiter einer Hilfsorgsanisation. An einer Seitenstraße stand das Hotel Christopher, das seit einigen Jahren der UN-Blauhelm-Mission als Hauptquartier diente. Es soll zusammengefallen sein. Massiv glänzte immer der blütenweiße Präsidentenpalast in der Sonne. Selbst dieser Koloss ist schwer beschädigt worden.

Hunderte Tote befürchtet

Wie mag es dann im Rest der Hauptstadt dieses bitterarmen Landes aussehen? Hunderte Tote, gar tausende Tote befürchten Hilfsorganisationen - es kann Tage dauern, bis es Gewissheit gibt. Die größten Überlebenschancen werden die Ärmsten der Armen gehabt haben, die in den ausgedehnten Slums leben. Ihre Hütten ähneln eher Verschlägen: Blechwände, teils ohne Dach, da kann man kaum erschlagen werden. Haiti wird internationale Hilfe brauchen.

Internationale Hilfe angekündigt

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Das Epizentrum des Bebens lag etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

Die Präsidenten der USA, Venezuelas und Frankreichs haben bereits wenige Stunden nach dem Beben Unterstützung versprochen. Die Dominikanische Republik, die sich mit Haiti die Insel Hispaniola teilt, rief die ganze Welt auf, dem armen Nachbarn zu helfen. Haiti war auch schon vor dieser Katastrophe das ärmste Land Amerikas.

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