Michel Martelly  | Bildquelle: AFP

Karibischer Inselstaat bleibt instabil Haitis Präsident geht ohne Nachfolger

Stand: 08.02.2016 09:27 Uhr

Seit Monaten zieht sich in Haiti das Hickhack um die Wahl eines neuen Präsidenten hin - nun hat Staatsoberhaupt Martelly fristgerecht sein Amt niedergelegt, ohne dass es einen Nachfolger gibt.

Haitis Präsident Michel Martelly hat sein Amt ohne gewählten Nachfolger niedergelegt. Nach fünf Jahren im Amt verabschiedete sich Martelly mit einer Ansprache vor dem Parlament in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Am meisten bedauere er, dass die Wahl seines Nachfolgers aufgeschoben werden musste, sagte der 54-Jährige. In den vergangenen Monaten war die Stichwahl um das Präsidentenamt in dem verarmten Karibikstaat zweimal wegen Manipulationsvorwürfen abgesagt worden.

Haiti sucht neuen Termin zur Abstimmung
tagesschau 08:00 Uhr

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Die Amtsgeschäfte Martellys sollen in den nächsten Tagen von einem Übergangspräsidenten übernommen werden, der noch vom Parlament gewählt werden muss. Martelly vereinbarte mit dem Parlament kurz vor Ablauf seiner Amtszeit, dass der neue Präsident am 14. Mai vereidigt werden soll. Die Stichwahl um die Präsidentschaft wurde nun für den 24. April angesetzt.

Die Opposition will Neuwahlen - und sie organisierte in den vergangenen Wochen mehrmals Demonstrationen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. In Port-au-Prince und anderen Städten kam es dabei immer wieder zu Ausschreitungen.

Haiti gilt als ärmstes Land Lateinamerikas

Das im Westteil der Karibikinsel Hispaniola gelegene Haiti gilt als ärmstes Land Lateinamerikas. Ein verheerendes Erdbeben verschlimmerte im Januar 2010 die Lage. 40 Prozent des Staatshaushalts werden durch Entwicklungshilfe finanziert. In den vergangenen Jahrzehnten wurden Präsidenten häufig vom Militär oder durch Volksaufstände aus dem Amt gejagt.

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