Eine Frau geht an einer mit Wahlplakaten beklebten Wand entlang. | Bildquelle: AP

Präsidentenwahl in Haiti Wer führt Haiti aus der Krise?

Stand: 20.11.2016 12:16 Uhr

Nach monatelanger politischer Krise wählen die Haitianer einen neuen Präsidenten - unter 27 Kandidaten. Die Wahl war vor einem Jahr wegen Manipulationsvorwürfen annulliert worden. Bittere Armut, Gewalt und Korruption - die Herausforderungen sind groß.

Sechs Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm "Matthew" sollen in Haiti die Präsidentschaftswahlen nachgeholt werden. Zur Wahl stehen 27 Kandidaten. Die Wahl wurde bereits mehrfach verschoben, zuletzt wegen des Hurrikans. Eine Abstimmung im vergangenen Jahr wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert.

Wie damals gilt Jovenel Moïse als Favorit, der vom früheren Präsidenten, Michel Martelly, unterstützt wird. Der Oppositionspolitiker Jude Célestin wurde im vergangenen Jahr zweiter, warf dem Regierungslager jedoch Betrug vor und zog sich aus der Stichwahl zurück. Sollte keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent erreichen, sind für den 29. Januar 2017 Stichwahlen angesetzt.

Interimspräsident Jocelerme Privert, der seit Januar regiert, weil Martellys Amtszeit im Dezember endete, rief die Wähler auf, friedlich ihre Stimme abzugeben. Die Wahlen sind entscheidend für die demokratische Zukunft unseres Landes", sagte er laut der Nachrichtenseite "Haiti Libre".

Präsidentenwahl im bitterarmen und politisch zerrissenen Haiti
tagesschau 20:00 Uhr, 20.11.2016, Matthias Ebert, SWR

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Stimmabgabe mit Hindernissen

Wegen der Verwüstungen durch "Matthew" ist die Umsetzung der Wahl im ärmsten Land Lateinamerikas besonders schwierig. Von den Schulen, die normalerweise als Wahllokale dienen, sind etwa 300 zerstört oder stark beschädigt worden. Andere dienen als Notunterkünfte für Obdachlose. Vor allem im Süden des Landes ist die Situation prekär. Viele Wahlberechtigte im Katastrophengebiet haben während des Sturms ihre Ausweise verloren. Die Oberste Wahlbehörde versicherte jedoch, für Ersatz sei gesorgt.

1,4 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Frau in Haiti in zerstörtem Haus | Bildquelle: dpa
galerie

Bittere Armut in Haiti - eine Frau vor ihrem zerstörten Haus.

Nach offiziellen Angaben kamen durch den Hurrikan 546 Menschen ums Leben. Hilfsorganisationen gehen jedoch von mehr als 1000 Toten aus. 1,4 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben immer noch auf Hilfe angewiesen. Mehrmals wurden in den vergangenen Wochen Lastwagen mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern geplündert oder es kam bei deren Verteilung zu Unruhen. Zudem wächst die Angst vor einer Choleraepidemie. Es wurden bereits Dutzende Todesfälle gemeldet.

Die politische Krise Haitis dauert bereits mehrere Jahre. Zudem leidet der Inselstaat noch immer unter den Folgen eines verheerenden Erdbebens vor mehr als sechs Jahren, bei dem rund 300.000 Menschen starben und mehr als eine Million obdachlos wurden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. November 2016 um 20:00 Uhr.

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