Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun-Hye | Bildquelle: AP

Südkorea Ex-Präsidentin Park droht Haftbefehl

Stand: 27.03.2017 11:22 Uhr

Südkoreas Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen die entmachtete Präsidentin Park beantragt. Sie habe Bestechungsgelder angenommen, hieß es zur Begründung. Zudem bestehe die Gefahr, dass Beweismaterial vernichtet würde.

Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat gegen die entmachtete Präsidentin Park Geun Hye einen Haftbefehl erwirkt. Das zuständige Gericht setzte für Donnerstag eine Anhörung an, bei der es über den Antrag der Staatsanwaltschaft entscheiden will. Die 65-Jährige war vor wenigen Tagen zu Vorwürfen der Korruption und des Amtsmissbrauchs vernommen worden.

"Die Angeklagte hat ihre außerordentliche Macht und ihre Stellung als Präsidentin missbraucht, um Bestechungsgelder von Unternehmen anzunehmen oder in die Rechte der unternehmerischen Freiheit einzugreifen. Außerdem hat sie wichtige vertrauliche Informationen zu Staatsangelegenheiten weitergegeben", hieß es in der Begründung der Staatsanwaltschaft für den Antrag auf den Haftbefehl. Es bestehe darüber hinaus die Gefahr, dass Beweismaterial vernichtet würden. Dies seien "ernste" Angelegenheiten.

Ein Haftbefehl ist der nächste Schritt, bevor Park wegen Verbrechen wie Erpressung, Bestechung und Machtmissbrauch angeklagt werden könnte. Allein für Bestechung ist in Südkorea eine lebenslange Freiheitsstrafe möglich.

Massenproteste gegen Park

Park war im Dezember vom Parlament ihres Amtes enthoben worden, nachdem Hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen waren und ihren Rücktritt gefordert hatten. Anfang März bestätigte das südkoreanische Verfassungsgericht die Amtsenthebung.

Park stürzte über eine Korruptionsaffäre ihrer engen Vertrauten Choi Soon Sil. Choi, die mittlerweile in Haft sitzt, soll ihre Beziehungen zu der südkoreanischen Präsidentin ausgenutzt haben, um Millionenspenden von Firmen für Stiftungen einzutreiben und sich persönlich zu bereichern. Park wird dabei vorgeworfen, Unternehmen wie Hyundai und Posco unter Druck gesetzt zu haben, Aufträge an Firmen oder Personen zu vergeben, die wiederum mit Choi in Verbindung standen.

Auch der Samsung-Konzern ist in die Affäre verwickelt, weil zwei Manager Chois Tochter begünstigt haben sollen. Außerdem muss sich Park dafür verantworten, ihrer Freundin eine Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, darunter die Ernennung von Diplomaten und Regierungsvertretern. Park wies mehrfach jedes Fehlverhalten zurück und warf ihrer Vertrauten vor, ihre Freundschaft ausgenutzt zu haben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. März 2017 um 08:03 Uhr

Darstellung: