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Während der Parlamentswahl in Russland sind von vielen Menschen genutzte kremlkritische Internetseiten abgeschaltet worden. Es gebe offenbar einen Hackerangriff mit dem Ziel, die Berichterstattung über Verstöße bei der Duma-Wahl zu verhindern, teilte der Chefredakteur des regierungskritischen Radiosenders Echo Moskau, Alexej Wenediktow, mit.
Echo Moskau gilt als wichtigster Radiosender für unabhängige Beiträge. Der Sender hatte am Samstag einen großen Wahlfälschungsskandal aufgedeckt und die Beweise online gestellt.
Auch andere unabhängige Seiten, die im Vorfeld kritisch über Manipulationen im Wahlkampf berichtet hatten, sind heute in Russland nicht erreichbar, bestätigt das ARD-Studio Moskau.
Neben der Website des Radiosenders sind die Seiten der Tageszeitung "Kommersant", der Wochenzeitung "New Times", der Wahlbeobachtergruppe Golos sowie die von ihr zusammen mit der Internetzeitung "gazeta.ru" erstellte Seite betroffen, die russlandweite Verstöße gegen das Wahlgesetz öffentlich macht.
Wie das ARD-Hörfunkstudio Moskau berichtet, versuchen die von der Sperre betroffenen Redaktionen und Organisationen mit Hilfe sozialer Netzwerke weiter Informationen über das Netz zu verbreiten.
Die Cyber-Attacke gilt als der erste Zwischenfall dieser Art in Russland. Angesichts der vom Kreml gesteuerten Staatsmedien informieren sich besonders viele Russen online über die Lage in ihrem Land. Bislang galt das Internet als freies Medium.
[Bildunterschrift: Golos-Chefin Schibanowa ]
Gazeta.ru hatte bereits am Samstag über Probleme mit den Behörden berichtet. Demnach wurde der Chefredakteur des Portals ins Kommunikationsministerium einbestellt. Golos-Chefin Lilija Schibanowa war am Samstag die ganze Nacht auf einem Moskauer Flughafen festgehalten worden. Zollbeamte beschlagnahmten ihren Computer.
Die Wahlbeobachter waren von dem russischen Regierungschef Wladimir Putin mit "Judas" verglichen worden. Kremlkritiker, die zur Wahl nicht zugelassen sind, beklagen die "schmutzigste Abstimmung" seit dem Zerfall der Sowjetunion.
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