Hände auf einer Computer-Tastatur | Bildquelle: dpa

Hackerangriff auf US-Behörden Millionenfacher Datenklau

Stand: 05.06.2015 15:20 Uhr

Die Personalverwaltung der US-Regierung ist das Ziel einer groß angelegten Cyberattacke geworden. Wie das Heimatschutzministerium mitteilte, sind persönliche Daten von vier Millionen Staatsbediensteten erbeutet worden. Der erste Verdacht fiel auf China.

Unbekannte Hacker haben sich Zugriff auf das Computersystem der US-Behörden verschafft und dabei die persönlichen Daten von mindestens vier Millionen Regierungsangestellten erbeutet. Wie das US-Heimatschutzministerium mitteilte, ist neben dem Office of Personel Management (OPM) auch das Datenzentrum des Innenministeriums betroffen, das auch von anderen Behörden genutzt wird.

"Man könnte sich als Regierungsbeamter ausgeben"

Das OPM erklärte, der Angriff sei im April festgestellt und im Mai vom Heimatschutzministerium bestätigt worden. Es handele sich um sensible Daten gegenwärtiger sowie früherer Mitarbeiter. Das US-Heimatschutzministerium und die Bundespolizei FBI nahmen Ermittlungen auf. Mittlerweile seien die Sicherheitssysteme verstärkt worden.

Die US-Personalverwaltung verfügt nicht nur über Daten von Regierungsangestellten, sondern nimmt auch Sicherheitsprüfungen vor und durchleuchtet nach eigener Darstellung mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in Bundesbehörden. Insbesondere für diese Sicherheitsprüfungen seien zahlreiche persönliche Daten nötig, die nun entwendet worden sein könnten, sagte ARD-Korrespondent Demian von Osten. Die gestohlenen Informationen würden nun möglicherweise für Finanzbetrug genutzt. "Und es geht um Daten, mit deren Hilfe man sich als Regierungsbeamter ausgeben könnte", so von Osten.

Ursprung des Angriffs in China?

Die Hacker würden in China vermutet, sagte Susan Collins, die im Geheimdienstausschuss des Oberhauses sitzt. Die chinesische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Cyberattacken würden normalerweise anonym und grenzüberschreitend ausgeführt, sagte Außenamtssprecher Hong Lei. Es sei daher "schwierig", sie zurückzuverfolgen. Ohne eine gründlich Untersuchung mögliche Verdächtige zu benennen, sei daher "unverantwortlich und unwissenschaftlich". China lehne jede Form von Hackerangriffen ab.

Auch die chinesische Botschaft in Washington erklärte, Cyberattacken wie auf das OPM seien in China verboten. Schnelle Schlüsse zu ziehen und "hypothetische Anschuldigungen" zu erheben, sei "nicht verantwortungsbewusst und kontraproduktiv".

Die USA haben nach eigenen Angaben zunehmend mit Hackerangriffen aus dem Ausland zu kämpfen. So wurde Ende Mai bekannt, dass bei einer groß angelegten Cyberattacke auf ein Computersystem der US-Steuerbehörde IRS die Daten von etwa 100.000 Steuerzahlern gestohlen wurden. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN führt die Spur nach Russland.

Hacker-Angriff auf US-Behörde
Jan Bösche, ARD Washington
05.06.2015 03:52 Uhr

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