Cybercrime

Schadsoftware bei US-Versorger Doch keine Spur nach Russland

Stand: 03.01.2017 15:11 Uhr

Ein US-Stromversorger registriert einen vermeintlichen Hackerangriff. Nach Ansicht von US-Geheimdiensten führen die Spuren nach Russland. Doch nun scheint alles anders.

Der mutmaßliche Hackerangriff auf einen Stromversorger im US-Bundesstaat Vermont ging laut einem Medienbericht offenbar doch nicht von Russland aus. Ermittler hätten keine Indizien gefunden, die den Vorfall auf die russische Regierung zurückführen ließen, berichtet die "Washington Post" und beruft sich dabei auf Experten und Behördenvertreter.

Yahoo-Mails lösten Alarm aus

Die Zeitung hatte zuvor von dem Vorfall und auch von dem Verdacht berichtet, dass die russische Regierung dahinter stehen könnte. Dem Bericht zufolge stellte sich nun heraus, dass ein Mitarbeiter des "Burlington Electric Departments" vergangenen Freitag nur seine Yahoo-Mails aufgerufen hatte. Das habe zum Alarm geführt, da das Unternehmens-Netzwerk die Yahoo-IP-Adresse als verdächtig einstufte.

Nachdem der Laptop untersucht worden sei, habe man aber tatsächlich Hacker-Werkzeuge auf ihm gefunden. Anders als zunächst von Unternehmenssprechern behauptet, seien bei diesem Software-Paket aber ebenfalls keine Spuren zu russischen Hackern erkennbar gewesen. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es.

Cyberattacken führen zu diplomatischen Verstimmungen

Die US-Regierung hatte wiederholt russischen Geheimdiensten vorgeworfen, hinter Hackerangriffen während des US-Wahlkampfes zur Präsidentschaft zu stecken - und stützte sich dabei auf vermeintliche Erkenntnisse von US-Geheimdiensten. Russland bestritt die Vorwürfe stets. Erst vergangene Woche wies der scheidende US-Präsident Barack Obama 35 russische Diplomaten aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Januar 2017 um 15:45 Uhr.

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