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27.05.2012

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Ausland
Otto von Habsburg gestorben
Sohn des letzten österreichischen Kaisers

Otto von Habsburg gestorben

Otto von Habsburg (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Otto von Habsburg starb im Alter von 98 Jahren in Pöcking bei Starnberg. ]
Otto von Habsburg, ältester Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, ist tot. Er starb im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Pöcking am Starnberger See. "Er ist friedlich eingeschlafen", sagte seine Sprecherin Eva Demmerle.

Otto von Habsburg war langjähriger Europaabgeordneter für die CSU und Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union. Deren Präsident, der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt, bezeichnete Habsburg als "den letzten großen Baumeister der Europäischen Einigung aus der Pionier-Generation". Habsburg habe entscheidend dazu beigetragen, den Eisernen Vorhang niederzureißen.

Kampf gegen die Nationalsozialisten

Habsburg wurde am 20. November 1912 in Reichenau in Niederösterreich geboren. Als die Donaumonarchie 1919 zusammenbrach, lebte die Familie zunächst im Exil in der Schweiz, auf Madeira und dann in verschiedenen Ländern Europas. Habsburg zog schließlich nach Frankreich. Er galt als entschiedener Gegner Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten. Nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 veröffentlichte er aus seinem Pariser Exil einen Aufruf an das Ausland zum Einschreiten. Vor den anrückenden deutschen Truppen floh Habsburg in die USA.

Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete er seinen dauerhaften Wohnsitz am Starnberger See ein und war weiterhin publizistisch tätig. Das Verhältnis der Familie zu Österreich entspannte sich erst in den 1960-er Jahren. Besonders die österreichischen Sozialdemokraten lehnten eine Regelung ab, die die frühere Dynastie in irgendeiner Form begünstigt hätte. 1961 unterzeichnete Otto Habsburg-Lothringen, wie die Familie dort amtlich heißt, eine Erklärung, die den Verzicht auf Titel und Thronanspruch bedeutete.

Seit 1982 in der CSU

Seit 1978 hatte Franz Josef Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius von Habsburg - so sein voller Name - auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Seit 1982 war er Mitglied der CSU. Bei den Direktwahlen zum Europäischen Parlament wurde er 1979 auf sicherem Listenplatz in dieses Gremium gewählt und bei den Europawahlen 1984, 1989 und 1994 bestätigt. 1989 war er Initiator und Schirmherr des "Paneuropäischen Picknicks" an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei dem mehr als 600 DDR-Bürger in die Freiheit gelangten. Seine Mitgliedschaft im Europaparlament nutzte er, um die Osterweiterung der EU voranzutreiben. Vor allem für den Beitritt Ungarns setzte er sich bis zu seinem Ausscheiden aus dem Parlament 1999 massiv ein.

Chronologie:

Otto von Habsburg im Jahr 1914 mit Kaiserin Zita, die Tochter Adelheid auf dem Schoß hält. (Foto: dpa) Link Vom Kaisersohn zum Europapolitiker Stationen im Leben von Otto von Habsburg [br]

"Wir verlieren einen großen Europäer"

Habsburg war mit Prinzessin Regina von Sachsen-Meiningen verheiratet, die im Februar 2010 starb. Das Paar lebte seit 1954 in Pöcking, bekam sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Der Verstorbene soll nun in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt werden, der Kaisergruft der Habsburger. Der Sarg seiner Frau Regina werde dafür von der Veste Heldburg in Südthüringen umgebettet, sagte seine Sprecherin Demmerle.

Habsburgs ältester Sohn Karl würdigte seinen Vater als eine "überragende Persönlichkeit": "Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem, was wir heute tun, über die Maßen geprägt hat."

Stand: 04.07.2011 09:25 Uhr
 

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