Ehemaliger ungarischer Premierminister Gyula Horn gestorben

Ehemaliger ungarischer Premierminister ist tot

Gyula Horn mit 80 Jahren gestorben

Gyula Horn (Archivbild) (Bildquelle: picture-alliance/ dpa)
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Gyula Horn starb nach langer schwerer Krankheit.

Der ehemalige ungarische Ministerpräsident und Reform-Kommunist Gyula Horn ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Politiker erlag im Budapester Militärkrankenhaus einem langjährigen Leiden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Horn erlangte weltweite Berühmtheit, als er am 27. Juni 1989 als Außenminister zusammen mit seinem österreichischen Amtskollegen Alois Mock die Stacheldraht-Grenze zwischen Ungarn und Österreich symbolisch durchschnitt. 1990 zeichnete ihn die Stadt Aachen mit dem Karlspreis aus.

Als Regierungschef umstritten

Von 1994 bis 1998 war Horn Ministerpräsident der zweiten frei gewählten Regierung Ungarns. Er stand damals an der Spitze der sozialdemokratischen Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP), die aus dem Reformflügel der Kommunistischen Partei hervorgegangen war. An der Spitze einer Mitte-Links-Regierung verfolgte er einen harten, umstrittenen Sparkurs.

Horn war zuletzt im Juli 2007 zu seinem 75. Geburtstag an der Seite des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow in der Öffentlichkeit aufgetreten. Anschließend erlitt er einen gesundheitlichen Zusammenbruch. Seitdem lag er im Budapester Militärkrankenhaus im Koma.

Gyula Horn (Archivbild) (Bildquelle: picture alliance / AP Photo)
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Mit der Durchtrennung des Stacheldrahts zwischen Ungarn und Österreich öffnete Horn (r.) die jahrzehntelang geschlossene Grenze.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juni 2013 um 20:00 Uhr.

Stand: 19.06.2013 19:52 Uhr

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