Zwei Männer lesen eine Zeitung nach der Festnahme Guzmáns | Bildquelle: REUTERS

Drogenboss in mexikanischer Haft Ein Essensvorkoster für "El Chapo"

Stand: 21.01.2016 11:38 Uhr

Der inhaftierte Drogenboss "El Chapo" Guzmán wird derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano besonders behandelt. Fast täglich bekommt er eine neue Zelle, um eine weitere Flucht zu verhindern. Und ein Hund kostet sein Essen vor.

Der mexikanische Strafvollzug lässt die Gefängnisnahrung für den am 8. Januar gefassten Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán von einem Hund vorkosten. So solle verhindert werden, dass Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano "vergiftet werden könnte", sagte der Leiter des Justizvollzugs, Eduardo Guerrero, dem Sender Radio Formula.

Der Ausgang des Tunnelsystems, durch das Guzmán floh. | Bildquelle: AP
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Der Ausgang des Tunnelsystems, durch das Guzmán geflohen war.

Guzmán ist den Angaben zufolge "deprimiert". Aus den ersten Vernehmungen habe sich ergeben, dass er "des Fliehens müde" gewesen sei. Im Juli war es Guzmán gelungen, aus dem Altiplano-Gefängnis zu entkommen. Er türmte durch ein Loch in der Dusche seiner Gefängniszelle durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel. Um eine weitere Flucht zu verhindern, wird er derzeit häufig in andere Zellen verlegt. Seit der Inhaftierung sei der Drogenboss bereits in elf verschiedenen Zellen untergebracht worden, erläuterte Guerrero.

Die Gefängnisverwaltung überreichte Guzmán eine Ausgabe des Klassikers "Don Quijote" von Miguel de Cervantes. Der Roman sei ein "ausgezeichnetes Buch", angesichts der aktuellen Verfassung des Drogenbosses sei es "die Art Lektüre", die für ihn geeignet sei, so ein Verwalter.

Auslieferungsverfahren läuft

Mexiko hatte vor wenigen Tagen das Verfahren für eine Auslieferung Guzmáns in die USA begonnen. Es kann sich jedoch noch jahrelang hinziehen. Nach Guzmáns letzten Festnahme im Februar 2014 hatte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto einer Auslieferung in die USA noch eine Absage erteilt.

In den USA liegen mehrere Haftbefehle wegen Drogenhandels gegen ihn vor. Er gilt als Chef des mächtigen Chef Drogen-Kartells Sinaloa, dem Hunderte Morde angelastet werden.

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