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10.02.2012

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Ausland
Afghanistan: Gefechte verhindern Guttenbergs Truppenbesuch
Guttenberg in Afghanistan

Gefechte in Baghlan verhindern Truppenbesuch

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg informiert sich derzeit bei einem Besuch in Afghanistan über die aktuelle Lage der deutschen Truppen dort. Er sei gekommen, "um den Soldaten die Unterstützung der Bundesregierung zu übermitteln", sagte der Verteidigungsminister, der zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor neun Monaten nach Afghanistan gereist ist.

Verteidigungsminister zu Guttenberg im Feldlager der Bundeswehr in Kundus (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Guttenberg begrüßt die Soldaten im Feldlager in Kundus. ]
Im Feldlager in Kundus äußerte er seine Besorgnis, weil die deutschen Soldaten in der Unruheregion in den vergangenen Wochen verstärkt von radikalislamischen Taliban attackiert worden seien und die Aufständischen zunehmend professioneller vorgingen. Im Juni waren in Afghanistan 102 Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet worden, mehr als in jedem anderen Monat seit Beginn der Mission Ende 2001. Im April wurden sieben deutsche Soldaten bei Kämpfen in den Nordprovinzen Kundus und Baghlan getötet.

"Sicherheit geht vor" - Truppenbesuch abgebrochen

Guttenberg befand sich bereits auf dem Weg nach Baghlan, um dort die Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force, QRF) zu besuchen. Doch aufgrund von Gefechten der Bundeswehr mit den Taliban kehrte der Hubschrauber mit Guttenberg an Bord auf Empfehlung des Kommandeurs der Truppe wieder um. Es wäre der erste Besuch Guttenbergs eines Truppenteils in Afghanistan außerhalb der Feldlager gewesen. "Sicherheit geht vor, auch für die Männer vor Ort", sagte Guttenberg. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass er den Besuch zu einem anderen Zeitpunkt nachholen kann.

Guttenberg fliegt im Hubschrauber in das Feldlager der Bundeswehr in Kundus. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Hubschrauber mit Guttenberg an Bord musste nach Kundus zurückfliegen, weil aus Baghlan Kämpfe gemeldet worden waren. ]

Ungeachtet der Sicherheitslage will die Bundeswehr noch im Sommer die Ausbildung afghanischer Soldaten intensivieren. Dafür war die Höchstgrenze für das deutsche Kontingent im Februar von 4500 auf 5250 Soldaten erweitert worden.

Guttenberg verteidigt Einsatz der Panzerhaubitze

In Kundus ließ sich der Minister auch die "Panzerhaubitze 2000" vorführen, die die Bundeswehr dort vor einen Tagen erstmals gegen die Aufständischen eingesetzt hatte. Es ist die schwerste Waffe, über die die Bundeswehr am Hindukusch verfügt. Die 155-Millimeter-Kanone kann 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen.

Ihr Einsatz gilt als Symbol für die neue Politik unter Guttenberg. Die Vorgängerregierung hatte eine Verlegung der schweren Waffe nach Afghanistan trotz anhaltender Forderungen der Truppe in Kundus lange abgelehnt, um den Anschein eines Krieges zu vermeiden. Guttenberg brach schon kurz nach seinem Amtsantritt mit dem Tabu und spricht seither offen vom Krieg in Afghanistan. Das Geschütz sei "eine wichtige Waffe, um dort wirken zu können, wo man wirken muss", sagte er.

Guttenberg schaut sich im Feldlager der Bundeswehr in Kundus die Panzerhaubitze 2000 an. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Guttenberg schaut sich im Feldlager der Bundeswehr in Kundus die Panzerhaubitze 2000 an. ]

40 US-Kampf- und Sanitätshubschrauber übergeben

Der CSU-Politiker war in der Nacht zu Freitag wegen einer Flugzeugpanne mit 16 Stunden Verspätung im ISAF-Hauptquartier für Nordafghanistan in Masar-i-Scharif eingetroffen. Am frühen Morgen hatte er an der Übergabe von rund 40 amerikanischen Kampf- und Sanitätshubschraubern an das Regionalkommando teilgenommen. Anschließend war er nach Kundus weitergeflogen. Ein dort geplantes Treffen mit dem neuen ISAF-Kommandeur, General David Petraeus, musste wegen der Verspätung abgesagt werden.

Stand: 16.07.2010 11:05 Uhr
 

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