Guo Guangchang auf einer Aufnahme von Mai 2015 | Bildquelle: REUTERS

Chinesischer Konzernchef Guo Verschwundener Milliardär wieder aufgetaucht

Stand: 14.12.2015 07:17 Uhr

Der chinesische Milliardär Guo, der vergangene Woche verschwunden war, ist wieder aufgetaucht - und zwar laut Medienberichten bei einer Veranstaltung seines Fosun-Konzerns in Shanghai. Seine Abwesenheit hängt offenbar mit Ermittlungen zusammen.

Vier Tage nach seinem angeblichen Verschwinden ist der chinesische Milliardär Guo Guangchang wieder aufgetaucht. Wie die Zeitung "China Business News" und andere Medien berichteten, sprach Guo Guangchang, der Vorsitzende des einflussreichen Mischkonzerns Fosun International, auf einer Veranstaltung des Unternehmens in einem Shanghaier Hotel.

Zuvor hatte Fosun mitgeteilt, dass Guo Guangchang seit seinem mysteriösen Verschwinden vor vier Tagen der Polizei in Shanghai bei Ermittlungen geholfen habe. Es handele sich in erster Linie um eine "private Angelegenheit" des Firmengründers. Die Ermittlungen würden nicht bedeuten, dass es bei Fosun Probleme gebe.

Fosun-Papiere im Minus

Investoren von Fosun sahen das anders: Nachdem Fosun-Aktien vergangenen Freitag nach dem Verschwinden des Chefs in Hongkong vom Handel ausgesetzt wurde, rutschten die Papiere zu Handelsbeginn über zehn Prozent ins Minus.

Guos Vermögen beträgt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 5,6 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro), auf der Liste der reichsten Chinesen steht er auf Platz 17.

Vermehrt Ermittlungen im Finanzsektor

Die chinesische Regierung hatte in den vergangenen Monaten ihre Anti-Korruptionsermittlungen vor allem im Finanzsektor deutlich ausgeweitet. Eine ganze Reihe von Managern war vorübergehend nicht auffindbar. Sollte gegen Guo tatsächlich wegen Korruption ermittelt werden, wäre er der mit Abstand bedeutendste Geschäftsmann, der so zu Fall gebracht werden könnte.

Fosun ist der größte private Mischkonzern Chinas, der unter anderem das französische Tourismusunternehmen Club Med besitzt. Auch in Deutschland ist Fosun engagiert: Hier ist der Konzern etwa an der Modemarke Tom Tailor beteiligt. Die deutsche Privatbank Hauck & Aufhäuser will er übernehmen.

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