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09.02.2010

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Ausland
Soldaten töten Präsidenten von Guinea-Bissau
Konflikt in westafrikanischem Land eskaliert

Soldaten töten Präsidenten von Guinea-Bissau

Der Präsident des westafrikanischen Landes Guinea-Bissau ist von aufständischen Soldaten getötet worden. Joao Bernardo Vieira sei im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bissau erschossen worden, teilte der Sicherheitsberater des Ministerpräsidenten mit. Die Streitkräfte erklärten wenig später, sie hätten nicht vor, die Macht zu übernehmen und würden die verfassungsmäßige Ordnung respektieren. Die Ermordung des Präsidenten sei das Werk einzelner Soldaten, hieß es in der Erklärung der Streitkräfte weiter.

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wurde von Soldaten erschossen: Präsident Joao Bernardo Vieira]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Starb kurz zuvor bei einem Anschlag: General Batista Tagme Na Wai]
 

Bereits am Morgen waren rund um den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bissau über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg Schüsse zu hören. Gestern Abend war der Chef der Armee, General Batista Tagme Na Wai, bei einem Anschlag getötet worden. Er galt als Rivale Vieiras. Ein Armeesprecher hatte den Präsidenten für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Drehkreuz der Drogenmafia

Präsident Joao Bernado Vieire (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Bild aus dem November: Präsident Vieire verlässt seine Residenz, nachdem ein Putschversuch niedergeschlagen wurde. ]
Viera war seit 2005 im Amt. Bereits Ende November vergangenen Jahres hatten mehrere Soldaten den Präsidentschaftspalast in Bissau angegriffen und zwei von Vieiras Leibwächtern getötet. Guinea-Bissau hat in der Vergangenheit zahlreiche Putsche erlebt. Das Land ist eines der wichtigsten Drehkreuze der südamerikanischen Drogenmafia, die über Afrika Kokain nach Europa schmuggelt.

Stichwort: Guinea-Bissau:

Das westafrikanische Land ist - was die Fläche betrifft - etwa so groß wie Baden-Württemberg, hat aber nur rund 1,5 Millionen Einwohner. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 484 US-Dollar pro Kopf (Stand 2007) zählt es zu den ärmsten Ländern der Erde.

Die ehemalige portugiesische Kolonie wurde 1974 unabhängig. 1998 und 1999 wütete in dem Küstenstaat ein Bürgerkrieg, unter dessen Folgen das Land noch immer leidet.

Guinea-Bissau ist eine Präsidialdemokratie, gilt seit langem aber als politisch instabil. Verschlimmert wird die Lage durch Drogenbanden. Sie nutzen die wenig bewachten Küsten und entlegene Landebahnen, um Drogen aus Südamerika über Afrika nach Europa zu schmuggeln.

Quelle: Quelle: Auswärtiges Amt, Reuters, AFP,
Stand: 02.03.2009 12:17 Uhr
 

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