Fethullah Gülen in seinem Haus in den USA

Angebliche Absprache mit Ex-Trump-Berater Türkei dementiert Berichte über Gülen-Entführung

Stand: 12.11.2017 16:36 Uhr

Die Türkei hat dementiert, die Entführung des im Exil lebenden Geistlichen Gülen aus den USA in Erwägung gezogen zu haben. Den entsprechenden Bericht im "Wall Street Journal" bezeichnete die türkische Botschaft in Washington als "lächerlich".

Die Türkei hat Medienberichte über angebliche Pläne zur Entführung des in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen als aberwitzig zurückgewiesen. Die Regierung in Ankara verlange die Auslieferung Gülens, den sie für den Drahtzieher des Putschversuches im Juli 2016 hält, erklärte die türkische Botschaft in Washington. Sie beschreite dabei aber keine widerrechtlichen Wege.

"Die Türkei und das türkische Volk erwarten die sofortige Auslieferung Fetullah Gülens durch die USA an die Türkei, damit er vor Gericht gestellt werden kann", so die türkische Botschaft. Alle Mutmaßungen, die Türkei greife zu Mitteln außerhalb des rechtlichen Rahmens, seien "schlichtweg falsch, aberwitzig und grundlos", heißt es in der ersten offiziellen Reaktion der Türkei auf die Medienberichte.

Michael Flynn | Bildquelle: REUTERS
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Im Zentrum der Berichte: Ex-Sicherheitsberater Flynn

15 Millionen US-Dollar für Gülen?

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, US-Sonderermittler Robert Mueller untersuche mutmaßliche Überlegungen, wonach der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn, und sein Sohn bis zu 15 Millionen Dollar für die Ergreifung und Auslieferung Gülens an die Türkei erhalten sollten.

Der Fernsehsender NBC berichtete zudem, Mueller prüfe, ob Flynn im Dezember 2016 und damit vor der Amtseinführung von Präsident Donald Trump führende Vertreter der Türkei getroffen habe. Dabei sei es womöglich um eine Verabredung gegangen, wonach Flynn Geld dafür erhalten sollte, dass er der Auslieferungsanfrage der Türkei nachkomme, sobald er im Amt sei.

Flynns Anwalt erklärte, die Vorwürfe gegen seinen Mandanten, die von Entführung bis Bestechlichkeit reichten, seien falsch.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. November 2017 um 06:44 Uhr.

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