Helfer bei Rettungsarbeiten nach dem Ausbruch des Volcán de Fuego | Bildquelle: dpa

Vulkanausbruch in Guatemala Eine Gegend wie ein riesiges Grab

Stand: 07.06.2018 09:14 Uhr

Der Schlamm, der die Menschen unterhalb des Vulkans Fuego in Guatemala begrub, soll 400 Grad heiß gewesen sein. Bislang wurden 99 Leichen geborgen. Für die Helfer ist es kaum zu ertragen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Von vielen Häuschen in den Gemeinden unterhalb des Vulkans ist nichts mehr zu sehen: Helfer brauchen Stunden, um wenigstens die Spitze eines Daches freizulegen und einen Weg zu Verschütteten zu bahnen. Die meisten Häuser werden für immer von getrocknetem Schlamm bedeckt bleiben. Die Gegend ist wie ein riesiges Grab. Das ist für die Helfer kaum zu ertragen:

"Wir sind am Boden zerstört. Aber wir müssen weitermachen. Schließlich handelt es sich um Menschen. Sie haben es nicht geschafft, vor den gigantischen Schlammmassen zu fliehen. Wenn wir Tote finden, ist das sehr traurig. Ganze Familien sind da, die sich noch in den Armen halten. Das tut weh, aber wir müssen weitermachen."

Suche nach Überlebenden und Opfern geht weiter
tagesschau 09:00 Uhr, 07.06.2018

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Nur wenige Tote identifizierbar

Andere Helfer berichten von schweren Verbrennungen der Opfer. Es seien Bilder, die sie noch nie gesehen hätten. Nur wenige der Toten konnten identifiziert werden. Der Schlamm, der die Menschen tötete, soll 400 Grad heiß gewesen sein. Bislang wurden 99 Leichen geborgen.

Ein Mann ist in seine Siedlung unterhalb des Vulkans zurückgekehrt, um das Haus seines Schwiegervaters zu finden: "Ich habe keine Hoffnung mehr, wenn ich das hier sehe. Meine Kinder wollten wissen, wo ihr Großvater ist. Aber sein Häuschen ist nicht einmal mehr zu sehen. Es ist begraben. Es gibt keine Möglichkeit, ihn da rauszuholen."

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Vulkanausbruch in Guatemala

Die Satellitenaufnahme zeigt die Ortschaft San Miguel Los Lotes am 05. Juni und am 06. Juni
Die Satellitenaufnahme zeigt die Ortschaft San Miguel Los Lotes am 05. Juni und am 06. Juni

Die Satellitenaufnahmen zeigen die Ortschaft San Miguel Los Lotes am 05. Juni und am 06. Juni

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Wetteraussichten machen Sorgen

Wie ein überkochender Topf spuckt der Volcán de Fuego weiter Gas und Lava aus. Meteorologen machen sich Sorgen wegen des Wetters: Ein Tropensturm könnte in den kommenden Tagen starken Regen bringen und damit Erdrutsche.

Die frische Mischung aus Asche, Schlamm und Lava am Hang des Vulkans ist locker und kann leicht in Bewegung geraten. Deshalb sind die Überlebenden zu Flüchtlingen geworden. 12.000 mussten ihre Häuser verlassen, 3300 leben in Notunterkünften. Ein junger Mann erzählt: "Wir wissen nicht, wohin. Immerhin hilft man uns hier und gibt uns zu essen. Egal, was morgen wird - am Leben zu sein, ist das Wichtigste."

Nachbarländer haben Guatemala Hilfe angeboten - es ist eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Die Bewohner der verschütteten Dörfer werden nie heimkehren können.

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Suche nach Überlebenden nach Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala

Rettungskräfte suchen nach weiteren Überlebenden.

Nach dem Vulkanausbruch in Guatamala suchen Rettungskräfte nach weiteren Überlebenden. | Bildquelle: dpa

Der Feuervulkan war am Sonntag ausgebrochen, ein Lavastrom zerstörte mehrere Dörfer im Gebiet um den Vulkan. Am Dienstag rauschte erneut ein Strom aus Staub und heißen Gasen die Berghänge hinab. Seit 2002 ist der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder verstärkt aktiv. Erst im Mai brach der Vulkan aus und löste eine Schlammlawine aus.

Schwierige Bedingungen für Bergungsarbeiter in Guatemala
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko-Stadt
07.06.2018 08:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Juni 2018 um 09:00 Uhr.

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