Shaker Aamer auf einer undatierten Aufnahme | Bildquelle: AFP

Shaker Aamer wieder in Großbritannien Frei nach 13 Jahren in Guantánamo

Stand: 30.10.2015 16:52 Uhr

Der seit 2002 in Guantánamo auf Kuba inhaftierte Shaker Aamer ist freigelassen worden. Er wurde nach Großbritannien zu seiner Familie geflogen. Die USA hatten ihm zeitweise Kontakt zu Terroristen vorgeworfen, ihn aber nie formell angeklagt.

Shaker Aamer ist aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo freigelassen worden. Eine Privatmaschine brachte ihn inzwischen nach Großbritannien.

Der aus Saudi-Arabien stammende Mann war seit 2002 in dem umstrittenen Lager inhaftiert, nachdem er 2001 in Afghanistan festgesetzt worden war. Aamer behauptet, dort für eine Hilfsorganisation gearbeitet zu haben. Nach Angaben seines Anwalts wurde er in dem US-Lager gefoltert, unter anderem mit Schlägen und Schlafentzug. Mit Hungerstreiks versuchte Aamer immer wieder, seine Freilassung zu erreichen.

Letzter "britischer" Insasse hat Guantánamo verlassen
nachtmagazin 00:58 Uhr, 31.10.2015, Hanni Hüsch, ARD London

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Nie Anklage erhoben

Die US-Behörden warfen ihm vor, Kontakt zu Terroristen gehabt zu haben, klagten ihn aber nie formell an. 2007 wurden die Vorwürfe fallen gelassen - seitdem forderte die britische Regierung seine Freilassung. Premierminister David Cameron hatte sich persönlich bei US-Präsident Barack Obama für ihn eingesetzt.

Der inzwischen 48-Jährige lebte vor 2001 bereits mehrere Jahre in Großbritannien. Er ist zwar kein britischer Staatsbürger, genoss dort aber einen unbegrenzten Aufenthaltstitel. Zwischen 1994 und 2001 arbeitete er als Übersetzer für eine Anwaltskanzlei. Seine Frau und seine vier Kinder sind britische Staatsbürger.

"Furchtbare Parodie der Justiz"

Jeremy Corbyn MP @jeremycorbyn
Great news. Huge congratulations to his family, Reprieve, Shaker campaign! Shaker Aamer released from Guantánamo Bay https://t.co/p1UJPoucEK

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn begrüßte die Freilassung ebenso wie die Unterstützergruppe "We Stand With Shaker" und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Kate Allen, Amnesty-Direktorin für Großbritannien, nannte die lange Inhaftierung eine "furchtbare Parodie der Justiz". "Nachdem er fast 14 Jahre unter inakzeptablen Zuständen festgehalten worden ist, wird Herr Aamer Zeit brauchen, um sich an die Freiheit wieder zu gewöhnen", vermutet Allen.

In Guantánamo Bay werden nach US-Angaben noch 112 Menschen festgehalten. Insgesamt waren dort etwa 800 Menschen interniert. Das Lager war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 für Terrorverdächtige eingerichtet worden. US-Präsident Barack Obama will es nach eigenem Bekunden schließen, scheitert bisher aber am Widerstand des Parlaments.

US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba | Bildquelle: REUTERS
galerie

Hinter diesen Zäunen sind nach US-Angaben noch 112 Menschen interniert. (Archiv)

Darstellung: