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Hintergrund zum Urteil

Wer ist wer in Chinas Skandal-Prozess?

Der Skandal um den chinesischen Politiker Bo Xilai und dessen nun wegen Mordes verurteilte Frau Gu Kailai trifft die Kommunistische Partei Chinas zur Unzeit - just vor dem mit Spannung erwarteten Generationswechsel an der Parteispitze im Herbst. Der Skandal wirft ein Schlaglicht auf die Zustände in der Führung des Landes. Dies sind die wichtigsten Akteure in dem Skandal und im Prozess um den Mord an dem britischen Geschäftsmann Heywood:

Der frühere chinesische Handelsminister Bo Xilai
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Bo Xilai

Bo Xilai: Der Parteisekretär der Millionenstadt Chongqing und Mitglied des Politbüros war einer der bekanntesten Politiker Chinas. Schon sein Vater, der Revolutionsveteran Bo Yibo, zählte der 63-Jährige zu den "acht Unsterblichen" der kommunistischen Machtelite. Bo machte sich mit harten Maßnahmen gegen Korruption und Kriminalität landesweit einen Namen und galt als eines der künftigen Mitglieder des engsten Leitungsgremiums des Landes, des neun Mitglieder zählenden Ständigen Ausschusses des Politbüros.

Innerhalb der Partei galt er wegen seiner sozialpolitischen Maßnahmen als führender Vertreter links-konservativer und neo-maoistischer Kräfte. Dabei zweifelten viele Chinesen Bos Unbestechlichkeit an - auch wegen Gerüchten über das Vermögen seiner Familie und des Lebensstils seines Sohnes Bo Guagua. Bo Xilai steht seit Bekanntwerden der Affäre unter Hausarrest. In dem Prozess wurde sein Name aber nicht erwähnt. Chinesische Staatsmedien berichteten, ihm drohe zumindest ein parteiinternes Verfahren wegen nicht näher bezeichneter "disziplinarischer Verstöße".

Gu Kailai
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Gu Kailai

Gu Kailai: Bos Frau wurde wegen des Mordes an dem britischen Geschäftsmann Neil Heywood verurteilt. Vorangegangen sein soll ihrer Aussage nach ein Streit um Geld und ihre Sorge, dass er ihrem Sohn gefährlich werden könne. Gerüchten zufolge hatte sie mit dem 41-Jährigen zeitweilig ein Verhältnis gehabt.

Gu Kailai ist wie Bo das Kind eines prominenten chinesischen Politikers. Nach dem Besuch der renommierten Peking-Universität, wo auch ihr späterer Mann studierte, machte Gu sich mit prestigeträchtigen internationalen Fällen einen Namen als Anwältin. Sie gründete sogar ihre eigene Kanzlei und veröffentlichte 1998 einen Ratgeber mit dem Titel "Wie man eine Klage in den USA gewinnt." Wegen ihrer Ausstrahlung wurde sie zuweilen die "Jackie Kennedy Chinas" genannt. Ihren Mann lernte sie 1984 in der Stadt Dalian kennen, wo er damals Parteisekretär war. An seiner Seite stieg sie zur "roten Prinzessin" auf.

Neil Heywood
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Neil Heywood

Neil Heywood: Der britische Unternehmensberater war ein Freund der Familie Bo. Seine Leiche wurde vergangenen November in einem abgeschiedenen Hotel in Chongqing gefunden. Die chinesischen Behörden führten seinen Tod zunächst auf übermäßigen Alkoholkonsum oder einen Herzanfall zurück. Sein Leichnam wurde ohne Autopsie eingeäschert.

Später hieß es offiziell, er habe seit langem geschäftliche Beziehungen zu Gu und ihrem Sohn Guagua unterhalten. Nach einem missratenen Geschäft sei es aber zu einem Streit um Geld gekommen, wodurch sich die Beziehungen rapide verschlechtert hätten. Die genaue Art seiner Beziehungen zu der Familie Bo ist von zahlreichen Gerüchten umgeben, von denen sich aber keines bestätigen ließ. Der 41-Jährige lebte seit Beginn der 1990er-Jahre in China, war mit einer Chinesin verheiratet und sprach fließend die Landessprache.

Wang Lijun
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Wang Lijun

Wang Lijun: Der Polizeichef von Chongqing wurde im Februar abgesetzt - angeblich hatte er zuvor Bo von seinem Verdacht unterrichtet, dass Gu hinter dem Tod von Heywood stecke. Bo soll daraufhin versucht haben, Ermittlungen in dem Fall zu verhindern. Wang flüchtete, offenbar um sein Leben fürchtend, in das US-Konsulat in der nahen Stadt Chengdu. Dort soll er erneut seinen Verdacht geäußert haben.

Nach einem Tag verließ er das Konsulat wieder, begab sich aber nicht nach Chongquing, sondern wurde stattdessen von Ermittlern des Staatssicherheitsministeriums in Peking in Gewahrsam genommen. Nach Angaben von Prozessteilnehmern hieß es vor Gericht überraschenderweise, dass Gu Wang von ihrem Mordplan unterrichtet und er zeitweilig ebenfalls an der Vorbereitung mitgewirkt habe.

Bo Guagua
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Bo Guagua

Bo Guagua: Der 24 Jahre alte Sohn von Bo Xilai und Gu Kailai studierte in England und in den USA, zuletzt an der Harvard University. Vorwürfe, dass er eine Vorzugsbehandlung genossen habe, ein schlechter Student gewesen sei und einen teuren Sportwagen gefahren habe, wies er zurück. Es wird angenommen, dass er seit Auffliegen des Skandals nicht nach China zurückgekehrt ist. Wo er sich zurzeit aufhält, ist nicht bekannt.

Zhang Xiaojun
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Zhang Xiaojun

Zhang Xiaojun: Die staatlichen chinesischen Medien bezeichneten Zhang als Mitarbeiter der Familie Bo und früheren städtischen Angestellten von Chongqing. Er soll Gu Beihilfe zum Mord an Heywood geleistet haben und wurde zu neun Jahren Haft verurteilt.

Auf ihre Anweisung hin begleitete er den Briten angeblich von Peking nach Chongqing und brachte das Gift mit, das Gu ihm verabreicht haben soll.

(Zusammenstellung: dapd)

Stand: 20.08.2012 12:18 Uhr

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