Lange vor Ende der Beratungen verabschiedete sich Trump vom G7-Treffen. | Bildquelle: AFP

G7 in Kanada Trump verlässt Gipfel vorzeitig

Stand: 09.06.2018 21:15 Uhr

US-Präsident Trump hat den G7-Gipfel frühzeitig verlassen. Während die anderen noch über Klimapolitik berieten, hielt Trump bereits seine Abschlusspressekonferenz. Dennoch sagte er, das Treffen sei "ungeheuer erfolgreich" gewesen.

Deutlich vor dem offiziellen Ende hat US-Präsident Donald Trump den G7-Gipfel in Kanada verlassen. Während die anderen sechs Staats- und Regierungschefs noch über Klimaschutz berieten, hielt Trump bereits seine Abschlusskonferenz.

Trumps frühere Abreise war zwar erwartet worden, wird aber allgemein als Zeichen der Missachtung der G7 gewertet. Dennoch sprach er von einem "ungeheuer erfolgreichen" Treffen. Man habe die gleichen Werte und stehe gemeinsam für sie ein.

Abschluss des G7-Gipfels ohne Ergebnis im Handelsstreit
tagesschau 20:00 Uhr, 09.06.2018, Stefan Niemann, ARD Washington zzt. La Malbaie

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Trump warnt vor Vergeltungsmaßnahmen für Zölle

Als wichtigstes Thema bezeichnete Trump den Handel. Er habe mit den anderen Teilnehmern über seine Handelspolitik gesprochen und die Abschaffung von Zöllen, Handelsschranken oder Subventionen gefordert. "So sollte es sein", sagte Trump. Zugleich warnte er vor Vergeltungsmaßnahmen gegen die von ihm verhängten neuen Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte: "Wenn sie Vergeltung üben, machen sie einen Fehler."

Mit Blick auf das Nordamerikanische Freihandelsabkommen mit Kanada und Mexiko (Nafta), sagte er, die USA seien einer Einigung nahe. Entweder gebe es ein besseres Nafta oder zwei separate Abkommen mit Kanada und Mexiko.

Trump beklagte erneut, seinem Land sei in der Vergangenheit böse mitgespielt worden. Doch seien dafür nicht die anderen Staaten verantwortlich. Die Fehler hätten Führungsfiguren in seinem eigenen Land begangen.

Merkel: Gemeinsame Erklärung

Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden über die Gespräche zum Thema Handel. "Ich gehe davon aus, dass wir einen gemeinsamen Text zum Handel haben", sagte Merkel am Rande des Gipfels. Dies schließe die USA mit ein. "Für uns war wichtig, dass wir einen regelbasierten Handel als Bekenntnis haben, dass wir weiter gegen Protektionismus vorgehen und dass wir die WTO reformieren wollen", sagte sie zum Inhalt der Erklärung. Die G7-Staaten wollten zudem darauf hinarbeiten, "Zölle zu reduzieren, nicht-tarifäre Handelshemmnisse zu beseitigen und auch Subventionen zu reduzieren".

Dies seien die vereinbarten, gemeinsamen Überzeugungen, wenngleich die Tücken im Detail lägen. "Deshalb werden viele der aktuell stattfindenden Handelsdiskussionen auch gerade mit den Vereinigten Staaten von Amerika trotz des gemeinsamen Bekenntnisses weitergehen", sagte Merkel zu den US-Zöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe. "Wir haben verabredet, dass wir die Dinge bewerten. Aber die unterschiedlichen Auffassungen sind nicht aus der Welt."

USA bleiben außen vor

Merkel räumte ein, dass die USA einigen Vereinbarungen nicht zustimmen. Dazu zählt die Verpflichtung, Plastikmüll wieder zu verwerten und Ersatzstoffe zu verwenden, um die Weltmeere zu schützen. Die USA seien zwar für den Schutz der Ozeane, sie wollten sich aber an messbaren Zielen nicht beteiligen, erklärte Merkel. Auch beim Pariser Klimaschutzabkommen und dem Atomabkommen mit dem Iran gab es keine Übereinkunft mit den USA.

Trump seinerseits setzte sich für eine Rückkehr Russlands zu den G7 ein. Ein solcher Schritt wäre "ein Gewinn", sagte der US-Präsident. Auch Italiens Premierminister Giuseppe Conte sprach sich dafür aus, wenngleich die EU für alle Mitgliedsstaaten erklärt hatte, dass die Bedingungen dafür noch nicht gegeben seien. Russland wurde 2014 wegen dessen Annexion der Krim und militärischer Aktivitäten im Osten der Ukraine aus der Gruppe ausgeschlossen.

Macron und Trudeau zusammen mit anderen Regierungsvertretern in Kanada | Bildquelle: AFP
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Die anderen Teilnehmer des G7-Treffens sprachen noch über Klimapolitik und über eine mögliche Abschlusserklärung.

Zuversichtlich für Treffen mit Kim

Trump brach nach seiner Pressekonferenz nach Singapur auf, wo er am Dienstag Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen will. Es handele sich um eine "einmalige Gelegenheit" für eine Annäherung mit dem jahrzehntelang isolierten Nordkorea, sagte Trump. Das erste Treffen eines US-Präsidenten mit einem Staatschef Nordkoreas sei "im wahrsten Sinne des Wortes Neuland, aber ich bin wirklich zuversichtlich", erklärte der US-Präsident. Er habe das Gefühl, dass Kim "wirklich etwas Großartiges für sein Volk tun will". 

Er gehe davon aus, dass er bei der Zusammenkunft in Singapur schon binnen "einer Minute" wissen werde, ob Kim es ernst meine und zu einer Einigung bereit sei. Bei der Vorbereitung des Gipfeltreffens habe Nordkorea "sehr gut" mit den USA zusammengearbeitet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Juni 2018 um 17:50 Uhr.

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