Explosionen in Kohle-Mine in Westsibirien Zahl der Todesopfer steigt auf 60

Stand: 12.05.2010 07:15 Uhr

Nach den schweren Methangas-Explosionen in einem russischen Kohlebergwerk ist die Zahl der Todesopfer auf 60 gestiegen. In der Grube "Raspadskaja" in Sibirien seien die Leichen von weiteren Arbeitern geborgen worden, teilten die Behörden mit. Das Schicksal von 30 weiteren Männern, die bei den zwei Detonationen vom Samstagabend in rund 500 Metern Tiefe verschüttet wurden, sei weiter unklar.

Berwerkunglück Kemerowo
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das Kohlebergwerk wurde durch die Explosionen nahezu komplett zerstört.

Unter den Opfern sind auch mehrere Rettungskräfte. Sie hatten versucht, die Kumpel nach der ersten Explosion aus dem Schacht zu befreien und waren dann von der zweiten Explosion überrascht worden. Rauch und Gas seien in den Schacht eingedrungen und hätten die Rettungsarbeiten vorläufig unmöglich gemacht, sagte der Gouverneur der Region Kemerowo, Aman Tulejew. Die zweite Explosion habe den Hauptbelüftungsschacht zerstört. Im Laufe des Tages soll die Belüftung wieder auf volle Leistung gefahren werden.

Putin mahnte Rettungskräfte zur Eile

Am Dienstag war Russlands Regierungschef Wladimir Putin zum Unglücksort rund 3500 Kilometer östlich von Moskau gereist. Im Gespräch mit Mitgliedern des örtlichen Krisenstabs trieb der frühere Kremlchef die Rettungskräfte zur Eile an.

Ministerpräsident Putin in Kemerowo | Bildquelle: AFP
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Putin lässt sich vor Ort die Lage erklären.

Anschließend besuchte Putin im Krankenhaus der Stadt Nowokuznetsk sechs Bergleute, die bei den Explosionen Verbrennungen und eine Rauchvergiftung erlitten hatten. Bei einem Treffen mit Angehörigen sprach Putin erneut von einem tragischen Unglück. "Worte können Ihnen den Schmerz nicht nehmen", sagte der Regierungschef. "Ich will Ihnen aber versichern, dass der Staat an Ihrer Seite ist und Sie unbürokratisch unterstützen wird."

Größtes Kohlebergwerk seiner Art in Russland

Das betroffene "Raspadskaja"-Kohlebergwerk ist das größte seiner Art in Russland. Die Region Kemerowo liegt im bekannten Kusnezker Kohlebecken. Die Kohle wird an Betriebe in Russland, der Ukraine und Asien geliefert. In der Region war es zuletzt 2007 zu zwei schweren Bergwerksunglücken gekommen. Im März 2007 starben in einem Nachbarschacht von Nowokusnezk 110 Arbeiter. Es war das schwerste Grubenunglück seit Jahrzehnten.

Karte: Russland mit Region Kemerowo
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Karte: Russland mit Region Kemerowo

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