Britisches Parlament | Bildquelle: AFP

Nach Explosion Parteien setzen Wahlkampf aus

Stand: 23.05.2017 10:28 Uhr

Dies ist nicht die Zeit für Angriffe auf den politischen Gegner: Nach der Explosion in Manchester haben die britischen Parteien den Wahlkampf für die Parlamentswahl am 8. Juni unterbrochen und Parteiveranstaltungen abgesagt. International wurde auf den Anschlag mit Entsetzen reagiert.

Nach der Explosion bei einem Popkonzert in Manchester haben Großbritanniens Parteien den Wahlkampf ausgesetzt. Labour-Chef und Oppositionsführer Jeremy Corbyn und Premierministerin Theresa May einigten sich darauf, die Kampagne für die vorgezogene Neuwahl am 8. Juni "bis auf Weiteres" zu unterbrechen.

Der Chef der Liberaldemokraten, Tim Farron, sagte einen Wahlkampfauftritt in Gibraltar ab, die Schottische Nationalpartei SNP verschob die für Dienstag geplante Vorstellung ihres Wahlprogramms.

"United we stand"

International wurde die Nachricht von der Explosion mit großer Betroffenheit aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich entsetzt über den Anschlag. "Es ist unbegreiflich, dass jemand ein fröhliches Popkonzert ausnutzt, um so vielen Menschen den Tod zu bringen oder ihnen schwere Verletzungen zuzufügen", erklärte sie in Berlin.

Außenminister Sigmar Gabriel schrieb auf dem Nachrichtendienst Twitter "Entsetzliche Nachrichten aus Manchester!" Weiter schrieb er: "Unsere Gedanken sind jetzt bei unseren britischen Freundinnen und Freunden. United we stand", übersetzt etwa: "Wir stehen Seite an Seite."

Mitgefühl in Paris und Nizza

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich werde weiter mit Großbritannien an der Bekämpfung von Terrorismus arbeiten. Auch die Bürgermeister von Paris und Nizza, die in den vergangenen Jahren Schauplatz schwerer Terroranschläge waren, drückten nach der Explosion in Manchester ihr Mitgefühl aus.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Verantwortlichen für den Anschlag als "bösartige Verlierer". Bei einem Besuch in Bethlehem kündigt er an, für die Menschen von Manchester zu beten und sprach sein tiefes Mitgefühl aus.

Bei der Explosion am Ende des Konzerts der US-Sängerin Ariana Grande waren in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Polizei mindestens 22 Menschen getötet und etwa 50 weitere verletzt worden. Die Ermittler stuften den Vorfall in der Manchester Arena vorerst als "terroristischen" Akt ein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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