Die britische Premierministerin Theresa May | Bildquelle: AFP

Großbritannien nach der Wahl Angezählt in der Regierungsbildung

Stand: 11.06.2017 20:27 Uhr

Neuwahl in Großbritannien - durchaus möglich, meinen viele Briten. Zwar hat May bereits ihr neues Kabinett gebildet. Doch in ihrer Partei finden sich nur wenige Unterstützer, und auch eine Einigung mit der DUP steht aus.

Von Sylvia Tiegs, ARD-Studio London

Es gibt nicht wirklich viele Parteifreunde, die Theresa May im Moment den Rücken stärken, aber einer tat es dann doch: Michael Fallon, ihr Verteidigungsminister. Während sich halb Großbritannien fragt, warum die Premierministerin die Wahl überhaupt angezettelt hatte - um sie dann praktisch in den Sand zu setzen -, warf sich Fallon für sie in die Bresche: "Es war richtig, eine größere Mehrheit für die Brexit-Gespräche zu suchen", sagte er. May selbst sei ja bisher noch nie gewählt worden. "Die absolute Mehrheit hat sie nicht bekommen, jetzt müssen wir das Beste daraus machen."

Doch das ist nicht so einfach. May hatte gehofft, die Gemüter durch eine zügige Regierungsbildung am Wochenende zu beruhigen, aber das hat nicht funktioniert. Zwar hat sie ihr Kabinett zusammengestellt: Kabinettschef und de facto Vize-Premierminister etwa wird der bisherige Arbeitsminister Damian Green.

May unter Druck
tagesthemen 23:15 Uhr, 11.06.2017, Hanni Hüsch, ARD London

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"Diskussionen dauern an"

Doch Mays einziger möglicher Koalitionspartner, die nordirische Democratic Unionist Party, hat noch Redebedarf. Parteichefin Arlene Foster meldete sich aus dem - von London aus gesehen - ziemlich weit entfernten Belfast: "Wir hatten sehr gute Diskussionen mit der konservativen Partei über eine stabile nationale Regierung", sagte sie, "und diese Diskussionen dauern an."

Foster wirkte dabei sehr entspannt. Eilig hat sie es offenbar nicht. Am Dienstag kommt sie nach London, vorher passiert erst mal nichts weiter in Sachen Regierungsbildung.

Mays Erzfeind triumphiert

Diese könnte sowieso teuer für die Konservativen werden, meint Peter Hain, der Mitte der 2000er Jahre Nordirland-Minister im Kabinett von Tony Blair war. "Die DUP wird einen hohen wirtschaftlichen Preis von den Konservativen fordern - und zwar zu Recht." Denn Sparfüchse seien die DUP-Leute nicht. Sie wollten keine harten sozialen Einschnitte, stattdessen mehr Investitionen für ihre Region.

Vielen konservativen Politikern sträuben sich da die Nackenhaare. Sich nun in die Hände einer ziemlich populistischen Regionalpartei zu begeben, ist für viele ein Albtraum. Mays Erzfeind triumphiert nun: George Osborne war bis zum Brexit-Referendum Finanzminister, dann übernahm May die Regierung und trennte sich von ihm. Nun erklärte er die Regierungschefin für politisch tot. Die Frage sei, wie lange sich May überhaupt noch halten kann.

Immerhin: Nach Verteidigungsminister Fallon sprang nun auch Außenminister Boris Johnson der Parteichefin bei. Er dementierte einen Zeitungsbericht, demzufolge er May beiseite drängen und für ihren Posten an der Parteispitze kandidieren wolle. "Ich unterstütze Theresa May", versicherte er auf Twitter.

Corbyn: "Wir sind bereit für eine neue Wahl"

Für den Fall eines Sturzes der Premierministerin steht Jeremy Corbyn derweil sehr gerne bereit. Der neue Star der Labour-Partei genießt seinen Wahltriumph in vollen Zügen - und scheut auch nicht einen erneuten Wahlgang. "Wir haben ein Programm,  wir haben die Unterstützung. Und wir sind bereit für eine neue Wahl, sobald sie nötig sein wird."

Fragt man zur Zeit die Briten auf der Straße, ob sie an eine Neuwahl glauben, hört man dieser Tage häufig: "Könnte passieren!"

Großbritanniens Regierungsbildung zieht sich hin
S. Tiegs, ARD Berlin
11.06.2017 19:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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