Feuer in Israel | Bildquelle: AP

Großbrände in Haifa Verdacht der Brandstiftung

Stand: 25.11.2016 13:15 Uhr

In Israel wüten seit Tagen große Feuer. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und hat erste Verdächtige festgenommen. Ministerpräsident Netanyahu spricht von Terror.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Tel Aviv

In Haifa entspannt sich die Lage etwas. Auch wenn wieder von neuen Bränden im Stadtgebiet berichtet wird. Die Feuerwehr habe entschieden, einzelne Einheiten abzuziehen oder zu Einsätzen an anderen Brandherden im Norden Israels zu verlagern, schreibt der Online-Dienst der Tageszeitung "Haaretz".

Isreal kämpft gegen Großbrände
tagesschau 16:00 Uhr, 25.11.2016, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Die Polizei hat Tausende Bewohner aufgerufen, noch nicht in ihre Häuser zurückzukehren. Nicht jeder kann sich offenbar daran halten - so wie Michal Zamir: "Meine Mutter lebt hier. Wir sind geflohen, als wir von dem Feuer erfahren hatten. Um Mitternacht sind wir zurück und sahen die Schäden. Die ganzen Alben meiner Eltern, ihre Erinnerungen, sind verbrannt. Das war‘s."

Palästinenser helfen Israelis

Die verbliebenen Feuer in Haifa zu löschen könnte noch Tage dauern. Im Kampf gegen die Flammen bleiben auch vier Einheiten der palästinensischen Feuerwehr in der Stadt stationiert. Israels Behörden hatten die Hilfe der Palästinenser gestern angenommen.

Major Nissim Twito aus der Region Jerusalem lobt die Kollegialität: "Insgesamt haben wir mit den palästinensischen Behörden eine gute Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Westjordanland aber auch Jerusalem. Und in diesem Zusammenhang muss auch gesagt werden, dass es das oberste Gebot ist, Leben zu retten und dann gibt es keine Religion, keine Nationalität und keine politischen Ansichten – es gibt nur ein Ziel: Leben retten."

Feuer in Israel | Bildquelle: AFP
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Das Innere eines vom Feuer zerstörten Hauses in Haifa

Gleichzeit verfolgt die Polizei Hinweise, dass genau in der Region von Major Twito, in Beit Me‘ir bei Jerusalem, zwei Palästinenser in der vergangenen Nacht absichtlich Brände gelegt haben. Zehn Häuser fingen Feuer. Die Rettungskräfte bemühen sich, eine Tankstelle und die Baustelle der Zugverbindung nach Jerusalem zu schützen.

Bewohner berichten im Radio von ihren Erlebnissen: "Um zwei Uhr in der Nacht wache ich auf und rieche Rauch. Ich versuche meinen Mann zu wecken, der nicht gestört werden wollte. Also ging ich hoch und öffnete die Tür - und dann hatte ich plötzlich dicken Rauch vor mir. Sofort rief ich den Notruf an und gab die Adresse durch." Der erste Retter, den sie dann vor ihrem Haus getroffen habe, sei ein palästinensischer Feuerwehrmann gewesen, erzählt die Anruferin im Radio.

Feuer in Israel | Bildquelle: AFP
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Palästinensische Feuerwehrleute südlich von Jerusalem

Verdächtige festgenommen

In der öffentlichen Wahrnehmung spielen zwölf Festnahmen möglicher Brandstifter aber derzeit eine größere Rolle. In Rahat nahm die Polizei zudem einen jungen Mann fest, der auf Facebook dazu aufgerufen haben soll, weitere Brände zu legen.

Wie zuvor Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach auch Kulturministerin Miri Regev von Terror: "Nein, das ist echter Terror. Wir haben ein virtuelles Feuer, eine Anstiftung im Internet, ein virtuelles Feuer, welches ein echtes Feuer entzündet. Hier ist keine höhere Kraft der Auslöser, sondern der Versuch derjenigen, die das Land nicht lieben, eine Straftat zu  verüben und das Land zu verbrennen. Und wer dieses Land nicht liebt, darf auch nicht mehr Teil davon sein. Die Bestrafung muss daher verschärft werden."

Feuer in Israel | Bildquelle: REUTERS
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Löschflugzeug über Israels Hafenmetropole Haifa

Innenminister Aryeh Dery erklärte, er prüfe, ob möglichen Brandstiftern die Staatsbürgerschaft entzogen werden kann; und das obwohl noch kein einziger Fall abgeschlossen ist und die Polizei zur Zurückhaltung aufruft.

Auch Ägypten und Jordanien schicken nun Unterstützung nach Israel. Israelische Rettungskräfte haben kritisiert, dass auch eine zum Tankflugzeug umgebaute Boeing 747-200 aus den USA angefordert worden ist. Das sei eine politische Angelegenheit und weniger eine Frage des Bedarfs, zitiert die "Haaretz" eine Rettungskraft.

 

Brände in Haifa - Lage gebessert
T. Teichmann, ARD Tel Aviv
25.11.2016 12:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2016 um 16:00 Uhr.

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