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Generalstreik in Griechenland

Griechenland: Mit Tränengas gegen Streikende

Generalstreik in Griechenland

Mit Tränengas gegen die Streikenden

Ein Generalstreik hat das öffentliche Leben in Griechenland weitgehend zum Erliegen gebracht. Aus Protest gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und Privatisierungspläne kamen nach Angaben der Gewerkschaften am Morgen rund zwei Millionen Beschäftigte nicht zur Arbeit. "Das Land ist faktisch zu einem Stillstand gelangt", sagte Gewerkschaftssprecher Efstathios Anestis. "Die Beteiligung ist sehr hoch und überschreitet in vielen Bereichen 90 Prozent des Personals."

Polizei und Demonstranten geraten aneinander

Griechische Polizisten gehen mit Knüppeln gegen Demonstranten vor (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Mit dem Knüppel gegen eine Demonstrantin: Polizisten und Streikende gerieten während der Athener Großdemonstration aneinander. ]
An dem Streik beteiligen sich unter anderem Bankangestellte, Staatsbedienstete, Rechtsanwälte und Lehrer und Journalisten. Aus diesem Grund gibt es keine Nachrichten in Radio und Fernsehen. Ärzte und Krankenhäuser behandeln Patienten nur in dringenden Fällen. Mehr als 100 Inlands- und Auslandsflüge wurden gestrichen, darunter auch auf der Route nach Frankfurt am Main, Paris, London, Rom und Brüssel. Auch Züge und Fähren stehen still. Viele Inseln bleiben damit einen Tag lang von der Außenwelt abschnitten. Universitäten sind geschlossen.

In Athen gingen 15.000 Streikteilnehmer auf die Straße. "Stoppt die Regierung jetzt, sonst verkaufen sie auch die Akropolis", lautete einer ihrer Slogans. Im Anschluss warfen Demonstranten Steine, Molotow-Cocktails und andere Gegenstände auf Schaufenster, Autos und in Richtung von Polizisten. Es kam immer wieder zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften, die Tränengas einsetzten.

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"Wut und Verzweiflung" über Regierungspolitik

Der Ausstand unter dem Motto "Es reicht. Wir haben kein Geld mehr" richtete sich besonders gegen das im März verabschiedete Gesetz zur Reform der Altersversorgung. Die Gewerkschaften protestieren außerdem gegen die geplante Privatisierung der Fluggesellschaft Olympic Airlines und fordern eine Ausweitung der Sozialausgaben. Auf Transparenten forderten Demonstranten eine Verdoppelung des gesetzlichen Mindestlohns von monatlich 701 auf 1400 Euro.

Athens Flughafen während des Generalstreiks (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ausstand auch auf dem Athener Flughafen: Nur vereinzelte Passagiere verirrten sich in die Abfertigungshalle. ]
Einige wandten sich auch gegen den Rettungsplan der Regierung für die von der Finanzkrise betroffenen Banken mit einem Umfang von 28 Milliarden Euro. "Keinen Euro zur Unterstützung der Kapitalisten!" hieß es auf einem Plakat. "Wir empfinden Ärger, Verzweiflung und Wut über die Politik, die nur den Wenigen etwas gibt", sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes GSEE, Yiannis Panagopoulos.

Der GSEE hatte gemeinsam mit dem ADEDY zu dem Generalstreik aufgerufen. Die Organisationen sind die größten Gewerkschaftsverbände Griechenlands. Sie haben zusammen rund 2,5 Millionen Mitglieder und vertreten damit jeden zweiten Beschäftigten.

Stand: 21.10.2008 15:28 Uhr
 

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