Türkische Offiziere werden im Juli 2016 von griechischer Polizei abgeführt. | Bildquelle: AP

Griechenland Drei türkische Offiziere werden ausgeliefert

Stand: 06.12.2016 17:34 Uhr

Ein griechisches Gericht hat die Auslieferung von drei türkischen Offizieren erlaubt, die nach dem gescheiterten Putschversuch nach Griechenland geflohen waren. Erst gestern hatte das selbe Gericht in einem identischen Fall anders entschieden.

Ein griechisches Gericht hat die Auslieferung von drei türkischen Offizieren in ihr Heimatland erlaubt, die nach dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli nach Griechenland geflohen waren. Das Athener Berufungsgericht entschied nach Angaben aus Justizkreisen, die drei Soldaten sollten in die Türkei überstellt werden wegen des "Versuchs zum Sturz des Regimes" von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Drei andere Richter des selben Gerichts hatten erst am Montag die Auslieferung von drei anderen Offizieren abgelehnt.

Die Offiziere gehören alle zu einer Gruppe von insgesamt acht türkischen Soldaten, die am 16. Juli an Bord eines Helikopters in Alexandroupolis gelandet waren. Über das Schicksal der anderen zwei Offiziere soll Donnerstag entschieden werden.

Entscheidung liegt beim Justizministerium

Der Fall belastet Griechenland seit Monaten, da das Land in der Flüchtlingskrise auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Türkei angewiesen ist. Zugleich ist Athen besorgt über den harten Kurs der türkischen Regierung. Die Entscheidung des Gerichts vom Montag gegen die Auslieferung der Offiziere war in der Türkei auf scharfe Kritik gestoßen. "Griechenland ist im NATO-Bündnis mit der Türkei und ein NATO-Verbündeter", hatte der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik gesagt. "Wir erwarten, dass die griechische Regierung jede Anstrengung unternimmt", damit die Armeeangehörigen in die Türkei zurückkehrten.

Das Gericht hatte am Montag argumentiert, die Sicherheit der drei Türken sei in ihrer Heimat bedroht. Außerdem hätten die türkischen Behörden keine ausreichenden Beweise vorgelegt, dass die drei Soldaten tatsächlich an dem Putschversuch von Mitte Juli beteiligt gewesen seien.

Das letzte Wort zum heutigen Urteil und die mögliche Auslieferung liegt nun beim Justizministerium. Ein Regierungssprecher erklärte, die Regierung werde sich an das Urteil halten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2016 um 15:00 Uhr.

Darstellung: