Zwei der türkischen Militärs werden von Polizisten zum Gericht begleitet. | Bildquelle: dpa

Griechenland Türkische Militärs werden nicht ausgeliefert

Stand: 05.12.2016 21:54 Uhr

Die griechische Justiz hat die Auslieferung von drei türkischen Armeeangehörigen abgelehnt. Zur Begründung hieß es, die Sicherheit der drei Türken wäre in ihrer Heimat bedroht. Sie waren nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei nach Griechenland geflohen.

Ein Gericht in Athen hat einen Antrag der türkischen Justiz zur Auslieferung von drei Militärangehörigen der Türkei abgelehnt. Dies berichteten das Staatsradio (ERA) und der Nachrichtensender Skai. Die Entscheidung über fünf weitere türkische Militärs solle in den kommenden Tagen fallen, berichtete Skai weiter. Griechische Rechtsanwälte rechneten damit, dass die Justiz auch sie nicht in die Türkei ausliefern werde.

Die Militärs - zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere - waren nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei Mitte Juli mit einem Militärhubschrauber in Alexandroupoli nahe der türkischen Grenze gelandet und hatten Asyl beantragt. Die türkische Regierung verlangte, dass Griechenland die Männer ausliefert.

Lebensgefahr in der Türkei

Die türkischen Militärs sollen während der Gerichtsverhandlung bekräftigt haben, ihre Leben wäre bei einer Auslieferung in Gefahr. Sie verwiesen auf Informationen und Videos von Folterungen ihrer Kollegen in der Türkei, erklärten ihre Rechtsanwälte Reportern. Auch die Staatsanwaltschaft von Athen plädierte für die Ablehnung des Auslieferungsantrags, wie Medien berichteten. Mitglieder der Familien der geflüchteten Militärs seien verfolgt und bedroht worden.

Außerdem hätten die türkischen Behörden keine ausreichenden Beweise vorgelegt, dass die drei Soldaten tatsächlich an dem Putschversuch von Mitte Juli beteiligt gewesen seien und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem Leben getrachtet hätten.

Scharfe Kritik aus der Türkei

Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik kritisierte die Entscheidung scharf. Griechenland sei als Nato-Mitglied ein Verbündeter der Türkei, sagte er. "Wir erwarten, dass die griechische Regierung jede Anstrengung unternimmt", damit diese Armeeangehörigen in die Türkei zurückkehrten.

Der Fall belastet Griechenland seit Monaten, da das Land in der Flüchtlingskrise auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Türkei angewiesen ist. Zugleich ist Athen besorgt über den harten Kurs der türkischen Regierung.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 05. Dezember 2016 um 16:24 Uhr

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