Ein Reihe von Traktoren stehen auf der Autobahn in Griechenland.  | Bildquelle: AP

Proteste gegen Rentenreform in Griechenland Jeden Tag ein neuer Streik

Stand: 01.02.2016 12:28 Uhr

Ohne eine Reform könnte das griechische Rentensystem schon bald zusammenbrechen, sagt Ministerpräsident Tsipras. Dies verlangt vor allem höhere Steuersätze. Die Bevölkerung lehnt das aber ab und droht in dieser Woche mit Streiks.

In Griechenland gehen die Proteste gegen eine neue Rentenreform sowie Steuererhöhungen weiter. Verschiedene Branchengruppen riefen für diese Woche zu Streiks auf, die das Land in den nächsten Tagen beeinträchtigen dürften. In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Streiks von Landwirten, die auch in dieser Woche den Anfang machten und viele Straßen und wichtige Knotenpunkte lahmlegten.

Ein Reihe von Traktoren stehen auf der Autobahn in Griechenland. | Bildquelle: AP
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Schon seit einigen Tagen blockieren Landwirte mit ihren Traktoren wichtige Straßen.

Am Dienstag wollen die Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsmittel - also U-Bahn, Straßenbahnen und Bus - ihre Arbeit niederlegen. Journalisten werden am darauffolgenden Tag für 24 Stunden streiken. Die Gewerkschaften teilten mit, dass für den Donnerstag ein genereller Streik geplant sei, der einer der größten Streiks der vergangenen Jahre sein soll. Dabei sollen Staatsbedienstete, Seeleute und Taxifahrer ihrer Arbeit fernbleiben.

Keine Finanzhilfen ohne Rentenreform

Anlass der Streikwelle ist die geplante Rentenreform. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte angekündigt, Renten zukünftig um durchschnittlich 15 Prozent zu kürzen. Außerdem sollen Arbeitnehmer und Freischaffende laut den Gewerkschaften künftig 70 Prozent ihrer Einnahmen als Renten- und Krankenkassenbeiträge sowie Steuern bezahlen. Kritiker bemängeln, dass das den Menschen nicht genügend Einkommen übrig lasse.

Die Regierung in Athen hatte bereits mehrfach gewarnt, dass das Rentensystem zusammenbrechen könnte. Außerdem ist die Rentenreform eine Voraussetzung dafür, dass das Land eine dritte Finanzspritze von den EU-Ländern bekommt.

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