Überall verschlossene Türen: In Griechenland haben Gewerkschaften zum 24-stündigen Generalstreik aufgerufen. | Bildquelle: dpa

Generalstreik in Griechenland 24 Stunden Stillstand

Stand: 12.11.2015 11:30 Uhr

Nichts geht mehr in Griechenland: Seit dem Morgen haben die Gewerkschaften zum Generalstreik aufgerufen, um gegen den harten Sparkurs zu protestieren. Der Ausstand reicht von den Schulen über die Krankenhäuser bis hin zum öffentlichen Verkehr.

Streiken gegen das Sparen: Seit 6 Uhr Ortszeit haben griechische Behörden zum Ausstand aufgerufen und damit das öffentliche Leben zu einem großen Teil lahmgelegt. An dem Generalstreik beteiligen sich etwa staatliche Schulen, Ministerien und Museen. In Krankenhäusern sollen nur Notfälle behandelt werden, auch die meisten Apotheken schließen ihre Türen. In Radio und Fernsehen werden während des Ausstandes keine Nachrichten gesendet.

Zudem sorgt der Streik für Stillstand im Verkehr. In Athen wurde der öffentliche Nahverkehr ausgesetzt, landesweit wurden Zug- und Fährverbindungen gestrichen, ebenso wie fast alle Inlandsverbindungen an den Flughäfen.

Erster Generalstreik in Griechenland unter Syriza
tagesschau 12:00 Uhr, 12.11.2015, Bernd Niebrügge, ARD Rom

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24-stündiges Zeichen gegen den Sparkurs

Zu dem Generalstreik hatten die drei wichtigsten Gewerkschaftsverbände des Landes aufgerufen: die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (Adedy) und deren privates Pendant GSEE sowie die kommunistische Gewerkschaft Pame. 24 Stunden soll der Ausstand dauern und ein Protestsignal an die griechische Regierung senden. Die von ihr angesetzten Sparmaßnahmen, etwa weitere Kürzungen bei den Renten, wollen viele Griechen nicht hinnehmen. Im Laufe des Tages sind daher auch mehrere Demonstrationen geplant.

Ministerpräsident Alexis Tsipras | Bildquelle: REUTERS
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Steht unter Reformdruck: der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras

Es ist der erste so umfangreiche Ausstand in der Amtszeit von Alexis Tsipras. Der griechische Ministerpräsident steht unter dem Druck der Eurozone und des Internationalen Währungsfonds. Im Sommer hatten die internationalen Geldgeber ein drittes Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland abgesegnet: 86 Milliarden Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Doch die neue Finanzspritze war an Bedingungen geknüpft - Griechenlands Regierung sollte zügig Reformen im Renten- und Steuersystem umsetzen sowie die Privatisierung von Staatsbetrieben vorantreiben.

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