Österreichs  Innenministerin Johanna Mikl-Leitner  | Bildquelle: REUTERS

Griechenland lehnt Besuch aus Österreich ab In Athen nicht willkommen

Stand: 26.02.2016 11:30 Uhr

Während in Griechenland rund 20.000 Flüchtlinge festsitzen, gibt es im politischen Streit eine neue Wendung: Athen lehnte einen Besuch der österreichischen Innenministerin Mikl-Leitner ab. Sie wollte sich ein Bild von der Lage der Flüchtlinge machen.

Seit Tagen herrscht zwischen Griechenland und Österreich Streit. Der Grund sind die von Wien eingeführten Tageskontingente für Flüchtlinge. Athen kritisiert, dass sich durch die Begrenzung mehr Migranten in Griechenland sammeln und die Last der Flüchtlingskrise ungleich verteilt wird.

Nun hat Athen den Wunsch der österreichischen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner abgelehnt, Griechenland zu besuchen, um sich dort selbst ein Bild von der Lage zu machen. Das sagte ein Sprecher des griechischen Außenministeriums.

Rückruf der Botschafterin nach Athen

Gestern hatte Griechenland seine Botschafterin aus Wien zu Konsultationen zurückgerufen. Kotzias hatte den Schritt damit begründet, "die guten Beziehungen zwischen den Staaten und Völkern Griechenlands und Österreichs aufrechterhalten" zu wollen. Wien hatte erklärt, der Rückruf der Botschafterin sei eine Chance für die Diplomatin, Athen über die Herausforderungen zu informieren, mit denen Zielländer der Migranten wie etwa Österreich konfrontiert seien.

Auslöser der diplomatischen Verwerfungen war die Westbalkan-Konferenz zu Beginn der Woche. Griechenland war zu dem Treffen nicht eingeladen worden.

Österreich unterstützt zwar eine europäische Lösung in der Flüchtlingskrise, sieht sich jedoch zu nationalen Maßnahmen gezwungen, weil die Verhandlungen in der EU stocken. Griechenland steht seit Monaten in der Kritik, weil es aus der Türkei kommende Flüchtlinge bisher weitgehend ungehindert Richtung Norden weiterreisen lässt.

20.000 Flüchtlinge sitzen in Griechenland fest

Für die Flüchtlinge in Griechenland wird die Lage derweil immer schwieriger: Durch die Teilschließung der mazedonischen Grenze hat sich ein Rückstau von 20.000 Flüchtlingen gebildet. Mazedonien gestattet zurzeit nur Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak die Weiterfahrt nach Mitteleuropa - aber auch nur wenigen. "In den vergangenen 24 Stunden sind nur 260 Menschen rübergegangen", sagte ein Grenzpolizist aus Idomeni.

Um die Flüchtlinge unterzubringen, will Griechenland fünf neue Aufnahmelager an der Grenze bauen. Außerdem sollen die Ägäis-Fähren in den kommenden Tagen weniger Migranten als bisher von den Inseln abholen. "Wir müssen den Zustrom wegen des Rückstaus auf dem Festland verlangsamen", sagte der für die Küstenwache zuständige griechische Minister Thodoris Dritsas.

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Menschen auf der Flucht - Flüchtlingskrise in Griechenland (23.02.2016)

Flüchtlinge in Griechenland

Ein Mann mit seinem Kind an der Grenze Griechenlands zu Mazedonien. Mazedonien sichert die Grenze mit einem Stacheldrahtzaun. | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Februar 2016 um 12:00 Uhr.

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