Flüchtlinge in Idomeni | Bildquelle: AFP

Lage in Griechenland Athen hofft auf weniger Flüchtlinge

Stand: 28.02.2016 18:47 Uhr

Mazedonien lässt kaum noch Flüchtlinge aus Griechenland einreisen. Die Regierung in Athen baut in Eile Unterkünfte, wartet auf Notfallhilfe der EU und setzt darauf, dass geschlossene Grenzen im Norden die Menschen von der gefährlichen Überfahrt nach Griechenland abhalten.

Von Wolfgang Landmesser, ARD-Studio Istanbul, zzt. Idomeni

Essensausgabe im Camp am griechisch-mazedonischen Grenzübergang Idomeni. Die Flüchtlinge, die hier anstehen, darunter viele Kinder und alte Menschen, müssen lange warten, bis sie ihre Ration bekommen. In den vergangenen Tagen sind Tausende Flüchtlinge neu angekommen, viele von ihnen zu Fuß.

Busse fahren kaum noch in Richtung Norden, weil die mazedonische Grenze nur zeitweise offen ist. Nur einige Hundert Flüchtlinge pro Tag können passieren. Er müsse noch 7000 Menschen abwarten, bis er an der Reihe sei, sagt ein Mann aus dem syrischen Aleppo. Die Bedingungen im Camp seien sehr schlecht.

Lage der Flüchtlinge in Griechenland
tagesthemen 22:45 Uhr, 28.02.2016, Christian Limpert, ARD Rom, zzt. Athen

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Trecks in Richtung Norden

Auf den Straßen Richtung mazedonischer Grenze sind Flüchtlinge in Trecks unterwegs. Am Samstagabend waren im Hafen von Piräus 1200 Flüchtlinge von den griechischen Inseln angekommen. Tausende Menschen harrten auf dem Hafengelände aus, andere brachten die Behörden in verschiedene Camps in Athen.

Viele Flüchtlinge sammeln sich auf dem Victoriaplatz in der Nähe der Athener Innenstadt. Ihre Zahl steige immer weiter an, berichtet die Fernsehreporterin des Privatsenders Mega. Von dort aus versuchen sie, ihre Weiterreise zu organisieren.

Rund um den Viktoriaplatz sind auch Schlepper aktiv, die den Menschen anbieten, sie auf anderen Wegen als auf der klassischen Balkanroute nach Nordeuropa zu bringen, etwa mit Fähren nach Italien. Die Preise pro Person sollen zwischen 2500 und 3000 Euro liegen.

Flüchtlinge in Idomeni | Bildquelle: AFP
galerie

Der Frust ist hoch unter den Flüchtlingen an der mazedonisch-griechischen Grenze.

Geschlossene Grenzen zur Abschreckung

22.000 Flüchtlinge würden sich derzeit in Griechenland befinden, sagte der Vizeminister für Migration, Ioannis Mouzalas, im griechischen Privatfernsehen. Seine Prognose über die Entwicklung der Flüchtlingszahlen: "Wir rechnen damit, dass innerhalb des nächsten Monats zwischen 50 und 70.000 Flüchtlinge im Land sein werden. Wenn sich die Lage weiter so entwickelt, sind sie hier eingesperrt. Andererseits: Wenn die Grenzen geschlossen sind, wird der Zustrom nach und nach kleiner werden."

Die Logik dahinter ist Abschreckung: Wenn sich unter den Flüchtlingen herumspreche, dass die Grenzen Richtung Norden dicht sind, würden viel weniger Menschen die gefährliche Fahrt von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln wagen. Mouzalas zählt auch auf den jetzt beginnenden NATO-Einsatz in der Ägäis, der die Schlepper bekämpfen soll.

 Notfallplan an die EU gesandt

Im Norden Griechenlands schaffen die Behörden im Eiltempo neue Plätze für Flüchtlinge. Erst vor einigen Tagen öffnete ein neues Camp in Diavata bei Thessaloniki. Gemeinden auf der Strecke Richtung mazedonischer Grenze stellen Turnhallen zur Verfügung, um die Menschen unterzubringen.

In dieser angespannten Situation hat die Regierung Kontakt zur EU-Kommission aufgenommen, um mehr Unterstützung anzufordern, so Migrationsminister Mouzalas: "Wir haben einen Notfallplan aufgestellt und nach Brüssel geschickt, der jetzt leider noch umgesetzt werden muss. Wir haben den Bedarf in Sachleistungen, Geld und Personal quantifiziert."

Die EU-Kommission hat bestätigt, dass Griechenland zusätzlichen Bedarf angemeldet hat. Um Zeit zu gewinnen, halten die griechischen Behörden Fähren mit Flüchtlingen in den Häfen der Ägäisinseln fest. Auf Lesbos, Chios, Kos und anderen Inseln sind in den vergangenen Tagen im Durchschnitt 2000 Flüchtlinge neu angekommen.

Darstellung: