Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos | Bildquelle: AP

Erneut Tote bei Bootsunglücken Das Sterben im Mittelmeer geht weiter

Stand: 30.10.2015 13:49 Uhr

Die Serie von Bootsunglücken im Mittelmeer reißt nicht ab. In der vergangenen Nacht sind vor den griechischen Inseln mindestens 22 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Darunter 13 Kinder. Der griechische Ministerpäsident Tsipras warf der EU Unfähigkeit vor.

Bei zwei Bootsunglücken in der griechischen Ägäis sind in der Nacht mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Laut griechischen Behörden befanden sich 13 Kinder unter den Opfern. Es sind die jüngsten einer Serie von Unglücken auf zunehmend stürmischer See bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland.

In der Nähe der Insel Kalymnos starben nach Regierungsangaben 19 Menschen, 138 Flüchtlinge konnten gerettet werden. Bei einem weiteren Unglück in der Nähe von Rhodos kamen drei Flüchtlinge ums Leben, sechs Schiffbrüchige wurden gerettet.

Auch in der türkischen Ägäis starben vier syrische Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren. Das Boot mit 19 Menschen wurde auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos von einer Sturmböe erfasst und kenterte.

Allein in dieser Woche starben damit etwa 50 Menschen im östlichen Mittelmeer.

Mindestens 22 Flüchtlinge ertrinken in der Ägäis
tagesschau 16:00 Uhr, 30.10.2015, Alf Meier, ARD Rom, zzt. Athen

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Trotz rauer See Hunderte Flüchtlinge pro Tag

Trotz des nahenden Winters und der rauen See machen sich nach wie vor Hunderte Menschen pro Tag auf die lebensgefährliche Reise von der Türkei auf die griechischen Inseln. Die Behörden auf den Inseln sind seit Monaten überfordert.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras warf im Athener Parlament der EU Unfähigkeit vor, das Problem zu lösen. Im Ägäischen Meer würden "nicht nur tote Kinder, sondern die gesamte Zivilisation von Europa angespült". Die Europäische Union erweise sich als zu schwerfällig, der Flüchtlingskrise zu begegnen.

"Ich schäme mich für die Unfähigkeit Europas"

Die Länder im Westen vergössen Krokodilstränen über ertrinkende Kinder in der Ägäis, täten aber wenig für die, die die Überfahrt überlebten, so Tsipras. "Ich schäme mich für die Unfähigkeit Europas, wirksam dieses Menschendrama anzugehen und das Niveau der Debatte, wo jeder versucht, die Verantwortung auf den anderen abzuschieben."

Er rief die EU-Partner auf, durch legale Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge die Krise zu entschärfen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR warnte, dass sich das Schicksal der Menschen durch die schlechteren Wetterverhältnisse noch verschlimmere. Kritiker beschuldigen die EU-Grenzschutzagentur Frontex, die mit Patrouillenbooten entlang der Seegrenze unterwegs ist, Flüchtlingen in Seenot nicht zur Hilfe zu kommen.

Seit Jahresbeginn gelangten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration mehr als eine halbe Million Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Griechenland. Allein auf der Insel Lesbos kamen in diesem Jahr mehr als 300.000 Flüchtlinge an. Insgesamt erreichten mindestens 700.000 Menschen auf Seeweg Europa. Mehr als 3200 Menschen kamen demnach bei ihrer gefährlichen Reise ums Leben, die meisten von ihnen Kinder.

1/24

Der Weg der Flüchtlinge durch die Balkanstaaten (Stand 23.10.2015)

Flüchtlinge auf der Balkanroute: Spielfeld / Österreich

Flüchtlinge schlagen sich in unwegsamen Gelände von einem Lager in Slowenien zur Grenze nach Österreich durch. Der Weg nach Nordeuropa führt für die Flüchtlinge der sogenannten Balkanroute über Slowenien, seit Ungarn seine südliche Grenze nach Kroatien und Serbien vollständig mit Zäunen geschlossen hat | Bildquelle: AFP

Darstellung: