Freiheitsstatue in New York | Bildquelle: REUTERS

Trump plant Umbau Wie funktioniert die Green-Card-Lotterie?

Stand: 02.11.2017 20:47 Uhr

Nach dem New-York-Anschlag hatte US-Präsident Trump angekündigt, die Green-Card-Lotterie in ihrer jetzigen Form abzuschaffen. Doch wie funktioniert die Visa-Lotterie? Und was sind die Voraussetzungen für die Bewerber?

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Eine der 50.000 Green-Cards in der Lotterie zu gewinnen, ist für die Bewerber wie ein Sechser im Lotto. Denn es ist eine Aufenthaltsgenehmigung, verbunden mit einer Arbeitserlaubnis in den USA. Bis zu 15 Millionen Menschen weltweit bewerben sich jedes Jahr für die Lotterie und es gibt keine Begrenzung, wie oft man mitmachen kann. Die Chance zu gewinnen liegt bei 0,3 Prozent.

Ursprünglich war das Programm Mitte der 1990er-Jahre ins Leben gerufen worden, um Einwanderung aus Ländern zu fördern, aus denen bisher nicht so viele Menschen in die USA gekommen sind. Das Gesetz wurde von Demokraten und Republikanern gemeinsam verabschiedet, unterzeichnet hat es der republikanische Präsident George Bush senior.

Einzige Voraussetzung: Schulabschluss

Bei der Greencard-Lotterie gibt es keine erforderlichen Qualifikationen außer einem Highschool-Abschluss. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Kein Land darf mehr als sieben Prozent aller Visa eines Jahres bekommen. Die Bewerbungsfrist für die aktuelle Lotterie läuft noch bis 22. November dieses Jahres. Im Frühjahr wählt dann ein Regierungscomputer in Kentucky aus allen Online-Bewerbungen 100.000 aus. Diese Bewerber werden interviewt, müssen einen Background-Check und medizinische Untersuchungen bestehen. Letztlich gibt es bis zu 50.000 Menschen, die eine Green-Card in der Lotterie gewinnen können und ihre Ehepartner und Kinder mitbringen dürfen.

Gefahr für die Nationale Sicherheit?

Mehrfach ist die Lotterie schon in der Diskussion gewesen. Kritiker warnen, durch dieses Lotterie-Verfahren würde die Nationale Sicherheit gefährdet. Mehrere Überprüfungen fanden dafür aber keinen Beleg. Trotzdem wurde in der Vergangenheit versucht, das Programm zu beenden. Bisher gab es jedoch keine Mehrheit dafür.

Donald Trump will nach dem Terroranschlag von New York nun einen neuen Anlauf unternehmen - ob er jedoch die nötigen Stimmen im Kongress dafür bekommt, ist fraglich. Der US-Präsident will eine Reform des Green-Card-Systems anschieben. Ihm schwebt ein Punktesystem nach kanadischem oder australischem Vorbild vor. Dabei werden Punkte für die Eignung und Qualifikation von Bewerbern vergeben.

Wie funktioniert die Greencard-Lotterie?
Martina Buttler, ARD Washington
02.11.2017 20:41 Uhr

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