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Bauprojekt wegen Sanierung

Schweizer Regierung will zweite Gotthardröhre

Die Schweizer Regierung hat sich für den Bau eines zweiten Gotthardtunnels ausgesprochen. Hintergrund ist die anstehende Sanierung der bestehenden Röhre, die eine Totalsperrung erfordert.

Stau vor dem Gotthardtunnel
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Nicht nur in den Ferien: Immer wieder Stau vor dem Gotthardtunnel.

Wie die Schweizer Tagesschau berichtet, bröckelt nach mehr als 30 Jahren die Decke, das Verkehrsleitsystem ist nicht mehr zeitgemäß und die Lüftung muss ersetzt werden. Zudem können die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene vorangetrieben werden.

Bundesrätin Doris Leuthard erklärte vor Medienvertretern, dass es zwar mehrere Varianten der Sanierung gebe, die alle technisch möglich wären, sich aber in der Finanzierung unterschieden. So könnte der Straßentunnel zweieinhalb Jahre lang komplett gesperrt werden, was etwa 1,2 Milliarden Franken kosten würde.

Der Bundesrat bevorzuge jedoch den Bau einer zweiten Röhre, auch wenn dieser mit rund 2,8 Milliarden Schweizer Franken mehr als die reine Sanierung koste. Dafür erhalte man aber einen bleibenden Mehrwert, so Leuthard.

Künftig kein Gegenverkehr im Tunnel

Sie betonte, dass sich durch den Neubau die Verkehrssicherheit erhöhen werde. Denn nach der Sanierung soll der Verkehr in beiden Tunnelröhren jeweils einspurig geführt werden. Dies bedeute auch, dass sich die Regierung zum Alpenschutz-Artikel in der Schweizer Verfassung bekennt, der eine Erhöhung des Verkehrsaufkommens am Gotthard ausschließt, sagte Leuthard weiter.

Sie verwies darauf, dass die zweite Röhre frühestens 2027 in Betrieb genommen werden kann. Einsprachen würden diese Frist allerdings verlängern. Der Baubeginn werde für 2020 angepeilt. Sobald der Neubau stehe, solle die alte Röhre saniert werden, was rund zweieinhalb Jahre dauern werde.

Referendum voraussichtlich 2015

Das letzte Wort zum Bau einer 2. Röhre am Gotthard werden voraussichtlich die Schweizer Bürger haben. Der Bundesrat will dem Parlament eine referendumsfähige Vorlage unterbreiten. Dass dieses auch tatsächlich ergriffen wird, darf als sicher gelten. Abgestimmt wird voraussichtlich im Jahr 2015.

Vor acht Jahren hatten die Schweizer gegen einen zweiten Tunnel durch den Gotthard gestimmt.

Stand: 28.06.2012 07:44 Uhr

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