Lee Sedol | Bildquelle: REUTERS

Go-Duell zwischen Mensch und Maschine Lee besiegt Google in vierter Partie

Stand: 13.03.2016 11:08 Uhr

Lee Sedol, südkoreanischer Spitzenspieler im Brettspiel Go, hat die vierte Partie im Duell gegen die Google-Software AlphaGo gewonnen. Die ersten drei Runden hatte Sedol verloren, obwohl der Software ein Sieg nicht zugetraut wurde.

Im Brettspiel-Duell zwischen Mensch und Computer hat die Google-Software AlphaGo die vierte Partie verloren. Der südkoreanische Spitzenspieler Lee Sedol feierte am Sonntag in Seoul nach mehr als viereinhalb Stunden seinen ersten Sieg, nachdem er die Gesamtwertung bereits verloren geben musste. AlphaGo führt in dem Fünf-Spiele-Match uneinholbar mit 3:1.

Der Sieg der Software gegen einen der weltbesten Go-Spieler gilt als ein Riesenschritt in der Entwicklung selbst lernender Maschinen. Go ist ein traditionsreiches asiatisches Brettspiel. Es ist noch weit komplizierter als Schach und gilt wegen der unendlich vielen möglichen Spielzüge für die künstliche Intelligenz als besonders schwer zu knacken. Lee, der 18 internationale Titel gewann, hatte sich vor dem Duell deswegen auch absolut siegessicher gezeigt: Er werde "haushoch" gewinnen, kündigte der 33-Jährige noch im Februar an.

Duell Computer gegen Mensch: AlphaGo siegt | Bildquelle: AP
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Go-Weltmeister Lee Sedol (r.) bespricht das Duell mt anderen Go-Profis nach der dritten Partie gegen den Computer.

AlphaGo ist eine Entwicklung von Google Deepmind. Der Computer bezwang im Oktober bereits den dreifachen Go-Europameister Fan Hui. Lee liegt in der Go-Rangliste allerdings weit vor Fan.

Bereits nach dem ersten Sieg des Computers am Mittwoch hatte sich Lee "geschockt" über die überraschenden Spielzüge von AlphaGo gezeigt. Einige von ihnen hätte kein Mensch so gemacht, sagte der Südkoreaner.

"Lees Schwäche ist seine mentale Verletzbarkeit"

In der zweiten Partie am Donnerstag wiederholte sich diese Situation: AlphaGo habe einige "unerhört unkonventionelle" Züge hingelegt, befand der Go-Kommentator und -Spieler Kim Seong Ryong. Auf sie wäre sicherlich keiner der 1300 professionellen Go-Spieler in Südkorea, Japan und China gekommen. Der Computer habe bei dem Duell "durchgängig" gut gespielt, kommentierte Lees früherer Trainer Kwon Kyp Yong. Lees Schwäche sei seine "mentale Verletzbarkeit" gewesen. Er sei eben "nur ein Mensch". Darum habe der Computer in dem Duell zunehmend "die Oberhand gewonnen".

"Go"-Weltmeister Lee Sedol spielt gegen den Computer AlphaGo | Bildquelle: AP
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Go-Weltmeister Lee Sedol im Duell gegen den Computer AlphaGo

Beim Go-Spiel müssen die Spieler versuchen, auf einem Spielbrett mit 361 Feldern die gegnerischen Steine zu umzingeln und wegzunehmen. Wer die meisten Felder erobert, gewinnt. Im Schach werden schon lange Computer eingesetzt. Deep Blue von IBM schlug im Jahr 1997 den Weltmeister Garri Kasparow. Das Match läuft bis zum 15. März und wird auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt. Als Siegprämie steht eine Million Dollar (rund 900.000 Euro) bereit.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. März 2016 um 23:15 Uhr.

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