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Nach Eroberung von Goma

Rebellen im Kongo feiern sich als Befreier

Anfang der Woche eroberten die Rebellen im Kongo die Stadt Goma. Die selbsternannte "Revolutionäre Armee des Kongo" gibt sich als Befreier. Doch laut einem UN-Bericht sind sie auch für Morde und Vergewaltigungen verantwortlich. Ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht.

Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi, zzt. Goma

Vianney Kazarama
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Der Anführer der Rebellen, Vianney Kazarama, lässt sich im Fußballstadion von Goma feiern.

General Vianney Kazarama, einer der Anführer der M23-Rebellen, schreitet sein Lager ab. Am Hafen in der Provinzhauptstadt Goma sammeln die Kämpfer, was sie nach eigener Aussage der kongolesischen Regierungsarmee abgenommen haben: viel Munition, Granaten und vor allem Raketenwerfer, die eine Reichweite von 20 Kilometern haben.

"Das alles zeigt, dass Präsident Joseph Kabila schon immer die Absicht hatte, Krieg zu führen", sagt Kazarama. "Er geht gegen die Bevölkerung vor. Diese Waffen sind sehr gefährlich. Sie sind nicht dazu gedacht, im eigenen Land gebraucht zu werden."

Zehntausende nach Rebellen-Offensive im Kongo auf der Flucht
nachtmagazin 00:55 Uhr, 24.11.2012, Birgit Virnich, ARD Nairobi

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General Kazarama lässt sich bejubeln

Die Rebellen geben sich als Befreier. Eigentlich wollen sie auch nicht mehr M23 genannt werden, sondern "Revolutionäre Armee des Kongo". Seit sie Anfang der Woche Goma erobert haben, feiern die Kämpfer nur Erfolge. Angeblich sind schon Hunderte Regierungssoldaten und Polizisten zu ihnen übergelaufen. Kazarama ließ sich im Stadion der Stadt bejubeln. "Wir wollen keinen Krieg", sagt er. "Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, dass es den Menschen besser geht. Das ist doch kein Verbrechen, wenn man Probleme löst."

Rebellen im Kongo
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Rebellen in der kongolesischen Stadt Goma stehen Wache während einer Rede ihres Anführers Kazarama.

Nur wenige Kilometer von Goma entfernt kämpft die M23 gleichzeitig gegen Regierungstruppen. Der General selbst hat die Devise ausgegeben: Wir ziehen bis zur Hauptstadt Kinshasa. Nach einem Bericht des UN-Gesandten in der Region rekrutieren die Rebellen auch Kinder, sie morden und vergewaltigen. Die M23 setzt sich aus Tutsi zusammen, genau wie die Regierung Ruandas. Kongo wirft dem Nachbarland darum vor, die Kämpfer zu unterstützen.

Rebellenführer: "Wir sind alle Söhne dieser Armee"

Im Moment profitieren die Rebellen in jedem Fall davon, dass sie Insiderwissen haben. Bis Anfang des Jahres gehörten sie noch selbst den Regierungstruppen an. "Ich habe gedient", sagt Kazarama. "Ich kenne mich auch in der Verwaltung aus. Wir sind alle Söhne dieser Armee."

Rebellen zeigen ihre Waffen
A. Diekhans, ARD Nairobi
24.11.2012 11:28 Uhr

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"Wir werden jeden unterstützen, der uns Frieden bringt"

Für die Menschen im Osten des Kongo macht es kaum noch einen Unterschied, von wem sie terrorisiert werden. Seit Jahrzehnten leiden sie unter wechselnden Milizen und auch unter den Regierungssoldaten, die genauso plündern und töten. In Goma ist nur drei Tage nach den Kämpfen wieder Ruhe eingekehrt - auch wenn alle noch vorsichtig sind. "Die Leute haben weiter Angst", meint Obstverkäuferin Alphonsine. "Ich bin heute gar nichts los geworden, weil kaum jemand auf der Straße ist."

Viele sind geflohen. Bis zur Grenze nach Ruanda sind es nur ein paar Kilometer. Die Zurückgebliebenen zeigen sich schicksalsergeben. "Wir werden jeden unterstützen, der uns Frieden bringt", sagt Motorradtaxi-Fahrer John. "Egal ob es die M23-Kämpfer sind oder andere."

Stand: 24.11.2012 11:32 Uhr

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