Oprah WInfrey | Bildquelle: REUTERS

Starke Frauen "Ein neues Zeitalter bricht an"

Stand: 08.01.2018 11:51 Uhr

Die Preise waren fast Nebensache: Bei der 75. Golden-Globe-Gala riefen Hollywoods Frauen lautstark zum Kampf gegen Sexismus auf. Insbesondere Oprah Winfrey wurde für ihre kämpferische Rede gefeiert. Es breche eine neue Zeit für Frauen und Mädchen an, sagte sie.

Es war Hollywoods Nacht der starken Frauen in schwarzen Roben: Die 75. Golden-Globe-Gala war eine leidenschaftliche Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligung. Der Schlachtruf "Time's Up - Die Zeit ist um" wurde zum Slogan der Trophäen-Gala. Und die Preise gingen an Filme mit starken Frauenrollen und einer politischen Botschaft.

Golden Globes: Schauspielerinnen tragen schwarz als Zeichen gegen sexuelle Gewalt
tagesthemen 22:15 Uhr, 08.01.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Schwarz statt Glitter

Der Wandel, den die #MeToo-Debatte in den vergangenen Wochen in Hollywood losgetreten hat, wurde schon vor der Preis-Gala auf dem roten Teppich deutlich, der diesmal eher ein "schwarzer Teppich" war. Denn statt Farbe und Glitter trugen die Promis Schwarz, solidarisch als Protest gegen sexuellen Missbrauch.

Stars wie Emma Watson und Michelle Williams wurden von Frauen-Aktivistinnen zu der Gala begleitet, darunter Tarana Burke, die die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe gestartet hatte.

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Show in Schwarz: Die Golden Globes 2018

Golden Globes: Diane Kruger und Fatih Akin

Fatih Akin jubelt: Er erhielt den Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film für sein NSU-Drama "Aus dem Nichts". Er widmete den Preis der Hauptdarstellerin Diane Kruger. | Bildquelle: REUTERS

"Oprah for President"

Auf der Bühne ging die Kampfansage unvermindert weiter. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. Sie dankte den Frauen, die jahrelanges Schweigen zu sexuellen Übergriffen beendet und damit eine Veränderung in Gang gesetzt hätten - ausgelöst durch Vorwürfe gegen Filmmogul Harvey Weinstein. Zu lang seien Frauen nicht angehört worden oder ihnen sei nicht geglaubt worden, wenn sie den Mut gehabt hätten, gegen Männer aufzubegehren, die ihre Macht missbrauchen. Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gebe, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte die US-Moderatorin und Produzentin.

Susan Sarandon @SusanSarandon
So honored and humbled to have the chance to spread the word about #TimesUp with these incredible, unstoppable women tonight. #GoldenGlobes

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Art Streiber https://t.co/PeR5r6k2Qq

Nach Winfreys emotionalem Auftritt kam es im Netz prompt zur Forderung, sie solle 2020 als Kandidatin im Präsidentschaftswahlkampf antreten. Auch Moderator Seth Meyers hatte den schwarzen Star scherzhaft dazu aufgefordert - und auch Seitenhiebe auf den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ausgeteilt.

Die 63-Jährige hatte in den USA nicht nur wegen ihrer Talkshow "The Oprah Winfrey Show", in der sie 25 Jahre lang bis 2011 als Gastgeberin auftrat, besondere Popularität erlangt. 1986 wurde sie für ihre Rolle in dem Film "Die Farbe Lila" für einen Oscar nominiert. 2014 war sie Produzentin des Bürgerrechtsfilm "Selma", in dem sie auch selbst mitspielte. Winfrey macht sich seit Jahren in der Bürgerrechtsbewegung stark.

Auch Meryl Streep erhebt die Stimme

Schauspielerin Meryl Streep sagte: "Die Leute sind sich jetzt eines Ungleichgewichts der Macht bewusst. Das hat zu Missbrauch in unserer Branche geführt." Die dreifache Oscar-Gewinnerin hob hervor, Männer und Frauen fühlten sich nun "ermutigt, in einer breiten, schwarzen Reihe zusammenzustehen".

Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin, über das Kleine Schwarze als Protestsymbol
DLF Kultur
08.01.2018 16:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2018 um 12:00 Uhr.

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