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23.02.2012

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Golan: Israelische Soldaten schießen auf Palästinenser
Israelische Soldaten schießen auf Palästinenser

Tote an Grenzanlagen auf dem Golan

An der syrisch-israelischen Demarkationslinie haben hunderte Palästinenser die Grenzanlagen gestürmt. Israelische Soldaten schossen scharf und töteten dabei nach syrischen Angaben 20 Menschen. Manche in Israel vermuten, dass der syrische Präsident hinter der Aktion steht.

Von Felix de Cuveland, ARD-Hörfunkstudio Amman

Ein Verletzter wird nach der versuchten Erstürmung in Sicherheit gezogen. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Verletzter wird nach der versuchten Erstürmung der Grenzanlagen aus dem Schussfeld gezogen. ]
An Warnungen hatte es nicht gefehlt. "Wer die Grenze überschreitet, wird getötet," riefen israelische Soldaten mit Lautsprechern den Demonstranten auf der syrischen Seite zu. "Wir haben sie auf arabisch aufgefordert, sich nicht dem Grenzzaun zu nähern, um ihr Leben nicht zu gefährden. Als das nichts nützte, haben wir Warnschüsse in die Luft abgegeben," sagte eine israelische Militärsprecherin.

Doch einige Aktivisten ließen sich nicht beirren. Als sie versuchten, den Stacheldrahtzaun an der Demarkationslinie zu überwinden und auf israelisch kontrolliertes Gebiet vorzudringen, fielen gezielte Schüsse. Mehrere Teilnehmer der Protestaktion auf den Golan-Höhen wurden nach syrischen Angaben getötet.

"Keine Freiheit, keine Demokratie, keine Selbstbestimmung."

Bei den Demonstranten handelte es sich um in Syrien lebende Palästinenser. Sie hatten sich anlässlich des 44. Jahrestages des Beginns des Sechstagekriegs an der Grenze versammelt. Seit diesem Krieg hält Israel die syrischen Golan-Höhen, das palästinensische Westjordanland sowie den Ostteil Jerusalems besetzt. Dagegen richtete sich der Protest.

Der palästinensische Abgeordnete und frühere Präsidentschaftskandidat Mustafa Barguti sagte: "Die Palästinenser leiden seit 44 Jahren unter der israelischen Besatzung und seit 63 Jahren unter der Enteignung ihres Landes. Für sie gibt es bis heute keine Freiheit, keine Demokratie und keine Selbstbestimmung."

Schon vor drei Wochen hatte es Grenzzwischenfälle gegeben, als Palästinenser versuchten, von Syrien und aus dem Libanon auf israelisch-kontrolliertes Gebiet vorzudringen. Dabei waren mindestens 13 Menschen von israelischen Sicherheitskräften getötet worden.

Palästinensische Aktivisten beten an der Demarkationslinie zwischen Israel und Syrien (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die palästinensischen Aktivisten beteten gemeinsam an der Demarkationslinie, bevor einige die Grenzanlagen erstürmten. ]

Ein Ablenkungsmanöver aus Damaskus?

In israelischen Regierungskreisen wurde die Vermutung laut, der syrische Präsident Baschar al Assad habe Grünes Licht für die Aktionen der palästinensischen Demonstranten gegeben, um von den schweren Unruhen im eigenen Land abzulenken. Ohne Zustimmung der Behörden könne sich in Syrien niemand der Grenze so weit nähern wie es geschehen sei. Zudem habe es in den vergangenen Jahrzehnten nie derartige Vorfälle an der syrisch-israelischen Demarkationslinie gegeben. Dort sei es immer ruhig gewesen. "Ich glaube, das syrische Regime hat Interesse daran, die Aufmerksamkeit der Welt vom Blutvergießen im eigenen Land abzulenken," betonte die israelische Militärsprecherin.

Stand: 05.06.2011 23:01 Uhr
 

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