Verurteilte WikiLeaks-Informantin Manning reicht Gnadengesuch ein

Stand: 04.09.2013 05:26 Uhr

Die zu 35 Jahren Haft verurteilte WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning hat ein Gnadengesuch bei US-Präsident Barack Obama eingereicht. Mannings Anwalt David Coombs teilte über Twitter mit, den Antrag im Namen seiner Mandantin gestellt zu haben und verwies auf eine Petition auf der Website des weißen Hauses. Dort fordern mehr als 22.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner Mannings Begnadigung.

WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning im Gerichtssaal.
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Die WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning im Gerichtssaal.

Manning war wegen der Weitergabe von Hunderttausenden Geheimdokumenten an die Enthüllungswebsite WikiLeaks schuldig gesprochen worden. Zusätzlich zu der 35-jährigen Haftstrafe wurde der frühere Obergefreite degradiert und unehrenhaft aus der Armee entlassen. Derzeit sitzt Chelsea Manning im Militärgefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas. Bei guter Führung hat sie die Möglichkeit, in etwa neun Jahren auf Bewährung freizukommen.

Weißes Haus: Antrag wie "jeden anderen" prüfen

Mannings Anwalt Coombs hatte unmittelbar nach Prozessende am 21. August angekündigt, sich um eine Begnadigung bemühen zu wollen. Das Weiße Haus erklärte damals, einen Antrag "wie jedes andere Gesuch" zu prüfen.

Manning bittet Obama um Gnade
S. Kumpf, HR Washington
04.09.2013 03:17 Uhr

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Die 25-Jährige stand noch als Bradley Manning vor Gericht, gab aber nach dem Urteil ihre weibliche Identität bekannt und teilte ihren neuen Vornamen mit. Gefragt danach, ob sie damit erreichen wollte, in ein Frauengefängnis zu kommen, hatte ihr Anwalt erklärt: "Nein, das Ziel besteht darin, sich wohl in ihrer Haut zu fühlen und die Person zu sein, die sie nie sein durfte."

Mannings Geschlechtsidentität hatte bereits während des Prozesses eine Rolle gespielt. Nach dem Urteil ließ sie wissen, "so bald wie möglich" eine Hormontherapie für eine Geschlechtsanpassung beginnen zu wollen. Das US-Militär erklärte allerdings, dass Manning auf deren Finanzierung kein Anrecht habe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. September 2013 um 09:00 Uhr.

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