Beerdigung von Terroropfern in Istanbul 2016 | Bildquelle: dpa

Terrorismus-Bilanz 2016 Zahl der Anschlagsopfer sinkt

Stand: 15.11.2017 16:08 Uhr

25.673 Menschen sind im Jahr 2016 weltweit durch Terrorangriffe ums Leben gekommen, deutlich weniger als im Jahr davor. In Europa sind die Opferzahlen hingegen gestiegen, meldet das australische Institute for Economics and Peace (IEP).

Die Zahl der Terrorismus-Opfer ist im Jahr 2016 weltweit um 13 Prozent zurückgegangen. Wie aus dem vom Institute for Economics and Peace (IEP) herausgegebenen "Globalen Terrorismus-Index" (pdf) hervorgeht, sanken die Zahlen vor allem in den am stärksten vom Terror betroffenen Ländern Syrien, Pakistan, Afghanistan und Nigeria. Den deutlichsten Rückgang gab es in Nigeria, wo die Zahl der Toten durch Angriffe der Islamistengruppe Boko Haram um 80 Prozent zurückging.

Terroranschlag in Istanbul
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Besonders betroffen vom Terrorismus ist die Türkei - wie bei diesem Anschlag in Istanbul am 07. Juni 2016

Zahl der Anschläge in der Türkei stark gestiegen

In Europa hingegen ist die Zahl der Terror-Opfer stark gestiegen. Bei 630 Attacken gab es 2016 insgesamt 826 Tote und damit fast 60 Mal so viele wie 2002. Die meisten starben bei Anschlägen in der Türkei, wo es allein 658 Opfer gab.

Vor 15 Jahren kamen in ganz Europa lediglich 14 Menschen bei Terrorangriffen ums Leben. Seit 2002 hätten 200 verschiedene Terrororganisationen Anschläge in Europa verübt, meldet das IEP.

Als Terrorismus definieren die Autoren der Studie "Gewalt durch nichtstaatliche Akteure", mit der "politische, wirtschaftliche, religiöse oder gesellschaftliche Ziele durch Schrecken, Zwang oder Einschüchterung" erreicht werden sollen.

Immer mehr Länder sind betroffen

Außerdem hätten die Extremisten im Jahr 2016 ihre geografische Reichweite deutlich ausgedehnt, heißt es im Terrorismus-Index. Terroranschläge gab es in insgesamt 77 Staaten - und damit in mehr Ländern als jemals zuvor. Für das laufende Jahr sehen die Experten aber zumindest Anzeichen für einen Rückgang.

Hauptgrund dafür sei die Schwächung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die 2016 noch für mehr als 9000 Terroropfer verantwortlich war. Außerdem gelinge es den Sicherheitsbehörden immer häufiger, Anschläge zu vereiteln.

LKW-Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Berlin | Bildquelle: dpa
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In Berlin starben 2016 bei einem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt zwölf Menschen.

Immer mehr Anschläge mit Fahrzeugen

Probleme bereiten jedoch Attacken, die mit einfachen Mitteln durchgeführt werden können, beispielsweise mit Fahrzeugen. So raste im Dezember 2016 ein Mann aus Tunesien gezielt mit einem Lastwagen in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Zwölf Menschen waren dabei getötet worden. Ähnliche Anschläge hatte es auch in Großbritannien, Frankreich und den USA gegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2017 um 05:05 Uhr.

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