Opfer eines Angriffs in der Stadt Sarakeb | Bildquelle: AFP

OPCW-Mission in Syrien Spuren von Chlorgas in Sarakeb gefunden

Stand: 16.05.2018 11:28 Uhr

Im Syrien-Krieg wurde mehrfach Giftgas eingesetzt. Den Verdacht gab es auch bei einem Angriff Anfang Februar auf die Stadt Sarakeb. In diesem Fall geht die OPCW nun davon aus: Es war Chlorgas.

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff in Syrien im Februar bestätigt. Eine Erkundungsmission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Stadt Sarakeb am 4. Februar Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sei, teilte die Organisation mit. Es sei "wahrscheinlich als chemische Waffe eingesetzt worden", sagen die Experten.

Mit Atemwegsbeschwerden in Behandlung

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren am 4. Februar in Sarakeb - einer Stadt in der Nähe von Aleppo - mehrere Menschen nach Luftangriffen der Regierungstruppen mit Atembeschwerden behandelt worden. Auch Ärzte hatten die Angaben bestätigt und damals bereits gesagt, es handele sich um Chlorgasvergiftungen.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien ist Machthaber Bashar al-Assad immer wieder beschuldigt worden, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Das Assad-Regime bestreitet das.

Kein Mandat, die Verantwortlichen zu benennen

Die OPCW - eine unabhängige internationale Organisation - ist verantwortlich für die Umsetzung der Chemiewaffenkonvention aus dem Jahre 1997. Diese internationale Vereinbarung verbietet Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz chemischer Waffen. Fast alle Staaten der Welt haben sie unterzeichnet - auch Syrien. Die OPCW hat kein Mandat, Verantwortliche für den Einsatz von verbotenen Chemiewaffen festzustellen.

In Syrien wurde die OPCW mehrfach mit Untersuchungen beauftragt - zuletzt vor allem von mutmaßlichen Giftgasangriffen in der Region Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus. Ihr Bericht dazu ist noch in Arbeit.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Mai 2018 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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