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[Bildunterschrift: Diese Aufnhame zeigt Miep Gies im Jahr 1998. ]
Im Alter von 100 Jahren ist die Niederländerin Miep Gies gestorben, die der Familie von Anne Frank geholfen hat, während der Zeit der deutschen Besetzung unterzutauchen. Sie starb am Montag nach kurzer Krankheit, heißt es auf ihrer Homepage. Gies war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank gewesen, die sich im Zweiten Weltkrieg in einem Amsterdamer Hinterhaus vor den Nazis versteckt hatte.
Zusammen mit weiteren ehemaligen Angestellten von Anne Franks Vater Otto versorgte die ehemalige Sekretärin die jüdische Familie, die 25 Monate lang untergetaucht war. Miep Gies besorgte Lebensmittel und andere Hilfen zum Überleben.
Die Wahlniederländerin Gies bewahrte das Tagebuch, das Anne von 1942 bis 1944 als junges Mädchen im Hinterhaus der Prinsengracht 263 geschrieben hatte, vor dem Zugriff der Gestapo. Nur Stunden nach der Verhaftung der Franks ging Gies am 4. August 1944 noch einmal in das Versteck und nahm die Aufzeichnungen an sich.
Anne Frank starb Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus - kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg übergab Gies das Tagebuch an Anne Franks Vater Otto, der als einziges Familienmitglied überlebt hatte und es 1947 veröffentlichte.
Für ihren Einsatz wurde Gies vielfach geehrt - unter anderem durch den Staat Israel, mit dem niederländischen Ritterorden von Oranien-Nassau sowie mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Sie lebte jahrelang zurückgezogen in ihrem Haus in der niederländischen Provinz Friesland.
Geboren wurde Miep Gies am 15. Februar 1909 als Hermine Santrouschitz in Wien. Wegen der damals herrschenden Lebensmittelknappheit in Österreich zog sie 1922 als Jugendliche nach Amsterdam um. Ihre Gastfamilie gab ihr den Spitznamen Miep. 1933 nahm sie eine Arbeit als Büroassistentin im Gewürzhandelsunternehmen von Otto Frank an.
Nachdem sie sich 1941 geweigert hatte, einer NS-Organisation beizutreten, entging sie der drohenden Deportation nach Österreich durch die Heirat mit ihrem niederländischen Freund Jan Gies. Er und vier weitere Mitarbeiter des Unternehmens von Otto Frank beteiligten sich an der Hilfe für die untergetauchte Familie Frank. Jan Gies starb 1993. Das Paar hinterlässt einen Sohn und drei Enkel.
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